HÖRlokal - Unterhaltung aus dem Nassauer Land

HÖRlokal - Unterhaltung aus dem Nassauer Land

Transkript

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00:00:02: Hier ist ihr buntes

00:00:04: Hörlokal, da

00:00:06: hören sie ganz und gar lokal.

00:00:10: Ihr platzt im schönen Hörhör-Hörlokaal.

00:00:17: Herzlich willkommen zum Podcast HörLokal

00:00:20: Unterhaltung aus dem Nasserland!

00:00:23: Manchmal reicht ein kurzer Moment um wieder bei sich selbst anzukommen.

00:00:27: In dieser Folge sprechen wir deshalb mit.

00:00:32: Wir sprechen über kleine Veränderungen mit großer Wirkung, über innere Ruhe im Alltag und darüber wie Achtsamkeit dabei helfen kann, gelassener durchs Leben zu gehen.

00:00:42: Viel Spaß!

00:00:50: Herzlich willkommen zu einer neuen Folge unseres Hörmals.

00:00:54: Unser Alltag ist oft geprägt von Terminen, Verpflichtungen und einem ständigen Gefühl funktionieren zu müssen.

00:01:01: Viele Menschen sehnen sich nach mehr Ruhe, mehr Klarheit und vielleicht auch nach einer tieferen Verbindung zu sich selbst.

00:01:08: Doch was bedeutet Achtsamkeit eigentlich wirklich?

00:01:11: Ist sie mehr als ein Trendwort, kann sie uns helfen gelassener durch Krisen zu gehen, Stress zu bewältigen und Bewusster zu leben?

00:01:20: Darüber spreche ich heute mit Maria Klima aus Lahnstein.

00:01:23: Sie begleitet Menschen als Coaching auf ihrem Weg zur Mehrachtsamkeit, Resilienz, Stressmanagement und Selbstfürsorge.

00:01:31: Ich freue mich auf ein spannendes Gespräch und sage erst mal herzlichen willkommen, Maria.

00:01:35: Schön dass du da bist.

00:01:36: Hallo

00:01:36: liebe Jenny!

00:01:37: Schön, dass du hier bist bei mir zu Hause und schön das ich hier in deinem Podcast sprechen und etwas erzählen darf über Achtsamkeit.

00:01:44: Super, darauf freue ich mich sehr.

00:01:47: Maria Wendig, jemand fragt was Achtsammkeit eigentlich ist?

00:01:50: Vielleicht auf der Straße so ganz kurz zwischendurch wie antwortest du?

00:01:56: Ja, ganz kurzes Beachtsamkeit tatsächlich etwas schwierig aber... Wenn man sich mal kleine Kinder beim Spielen beobachtet und beobachtet, wie die die Welt erleben mit all ihren Sinn.

00:02:09: Also mit dem Sehen, mit dem Hören, den Fühlen, dem Schmecken, dem Riechen und wie unvoreingenommen sie dabei sind Und wirklich alles so entdecken also mit dieser wunderbaren kindlichen Neugier Dinge entdecken, die sie noch nie vorher gesehen, gefühlt, geschmeckt gehört haben.

00:02:32: Genau dann sehen wir was Achtsamkeit eigentlich in seiner reinen Form ist.

00:02:38: Natürlich werden wir es nicht mehr so weit bringen, die Welt so zu entdeken wie ein kleines Kind.

00:02:43: aber im Prinzip kann man sagen dass Achtsammkeit mit allen Sinnen erleben ist und auch mit den Gedanken im aktuellen Moment zu sein.

00:02:57: Und das auch ohne alles sofort bewerten zu wollen, weil das machen wir nämlich den ganzen Tag.

00:03:03: Wir katalogisieren, kategorisieren und teilen ein ob dass Menschen sind, ob das Dinge sind Situationen sind.

00:03:11: Alles wird eingeteilt in gefällt mir, gefällt mich nicht In gut, in schlecht, in schön, in hässlich usw.

00:03:20: Und genau das löst auch häufig Stress in uns aus.

00:03:25: Deswegen lohnt es sich, Achtsamkeit einfach zu trainieren.

00:03:29: Also wirklich im Moment zu sein mit allen Sinnen wahrzunehmen und nicht in Gedanken vielleicht woanders zu sein Und einfach auch mal wertfrei wahrzuleben was um uns herum passiert.

00:03:42: gab Es einen Moment eine Situation in deinem Leben oder eine Phase die dich auf diesen Weg überhaupt gebracht hat?

00:03:50: also war das auch selbst Erfahrung quasi

00:03:55: Ja, tatsächlich gab es das und gibt es das auch aktuell immer wieder.

00:03:59: Weil etwas einmal zu können oder zu wissen heißt ja nicht direkt auch gleich dass man das immer anwendet.

00:04:07: Und es entstehen immer wieder Situationen in meinem Leben die mich widert aufforschen lassen einfach, weil ich auch achtsam mit mir selber bin und die mir dann einfach zeigen aha du bist jetzt gerade... Du hast ganz achtsamt festgestellt dass du sehr unachtsam im Augenblick bist.

00:04:24: Könntest du dafür ein Beispiel nennen was so klassischer unachtsamer Moment im Alltag ist?

00:04:30: Ja!

00:04:30: Ich bin eine emsige Ameise und ich arbeite gerne und auch viel Aber manchmal nimmt es einfach überhand und dann vergesse ich Pausen zu machen.

00:04:39: Und das fällt mir dann irgendwann auf, und dann denke ich mir ach guck mal Maria deinen Kunden sagst du immer sie sollen regelmäßig pausen machen und erklärst denen warum das so wichtig ist und selber machst du keine Pause weil du gerade das Gefühl hast Du könntest dir keine Pause leisten.

00:04:56: So ein klassischer unachtsamer Moment, so kenne ich es aus meinem Alltag ist doch auch häufig das Autofahren zum Beispiel oder?

00:05:03: Also ich finde damit kann man das... Oder kann ich mir das ganz gut erklären dass wir da, so geht's mir oft, ja oft im totalen Autopiloten unterwegs sind.

00:05:12: Wir fahren los und kommen an und wissen gar nicht mehr was eigentlich dazwischen war.

00:05:18: Ist es Achtsamkeit wenn ich diese Autofahrt ganz bewusst wahrnehme?

00:05:23: Ja, absolut.

00:05:24: Also wir können ja grundsätzlich überall in unserem Alltag achtsam sein.

00:05:30: Das kann beim Autofahren sein, das kann morgens beim Zähneputzen sein, beim Duschen sein Im Umgang mit anderen und auch im Umgang sich selber.

00:05:38: Und achtsamm sind wir immer dann wenn wir uns Mit all unseren Sinn und auch in unseren Gedanken mit dem beschäftigen was wir gerade im Moment tun also ganz achtsamt wahrnehmen.

00:05:50: Wenn wir jetzt das Beispiel des Autofahns nehmen, wie fühlt es sich an hier gerade im Auto zu setzen?

00:05:56: Was kann ich wahrnehmen.

00:05:58: Was gibt es für Geräusche?

00:06:00: Sind da viele andere Verkehrsteilnehmer?

00:06:02: Was sind dafür Verkehrsteilsnehmer?

00:06:04: Und was passiert gerade um mich herum?

00:06:06: und gerade dass?

00:06:07: Autofahren ist so eine Situation die uns... immer wieder dazu einlädt in den Autopiloten zu schalten.

00:06:13: Es ist bestimmt jedem schon mal passiert, dass er morgens auf dem Weg zur Arbeit war und plötzlich angekommen ist und überhaupt nicht wusste wie er überhaupt zur Arbeit gekommen ist.

00:06:24: Das heißt wir sind ganz automatisch zur Arbeit gefahren während wir in Gedanken eigentlich ganz woanders

00:06:32: waren sind das dann oft die Situationen, die Routine für uns sind?

00:06:38: Die uns dann schnell unachtsam werden lassen.

00:06:40: Ja

00:06:42: absolut!

00:06:43: Ob das jetzt ist morgens beim Zähne putzen oder beim Duschen kann sich mal jeder selber beobachten und dann wird er wahrscheinlich feststellen dass wir in Gedanken häufig ganz woanders sind, gerade bei Routine-Aufgaben die wir so täglich machen.

00:06:58: Wenn wir dagegen natürlich etwas ganz Neues ausprobieren dann sind wir in Gedanken und mit allen Sinnen viel häufiger beider Sache.

00:07:07: Glaubst du dass das auch ein bisschen... Problem unserer Zeit ist, wo alles immer schnelllebiger wird digitalisierter wird.

00:07:15: Also wenn wir jetzt mal so einen Sprung zurückmachen vielleicht zu unseren Großeltern oder Urgroßeltern glaubst du dass wir heute was Achtsamkeit betrifft anders leben?

00:07:26: Ja, absolut.

00:07:27: Ich glaube wir verlernen ganz viel achtsam mit uns selber zu sein.

00:07:32: Also meine Oma wenn ich mich so zurück erinnere hat mir zum Beispiel das ist mir in Gedächtnis geblieben erzählt dass es einen Tag in der Woche gab wo Waschtag war.

00:07:41: Das heißt an diesem einen Tag wurde einfach nur gewaschen morgens bis abends.

00:07:46: da wurde der Kessel erhitzt dann haben sich die Frauen getroffen dann wurde gewaschan.

00:07:52: Und heutzutage ist es so, wir haben einfach so viele Möglichkeiten durch diese Schnelllebigkeit.

00:07:57: Durch diese Unterstützung, durch Maschinen und so weiter.

00:08:01: Wir können am Tag im Prinzip vier Maschinnenwäsche waschen.

00:08:04: Wir kann noch zweimal die Spülmaschine ein- und ausräumen zwischendurch kochen, wir versuchen unsere Kinder zu betreuen.

00:08:11: Wir versuchen eigentlich alles auf einmal zu machen.

00:08:15: Und durch diese ständige Erreichbarkeit, die noch dazu kommt ... sind wir auf jeden Fall gestresster, als wir es früher waren.

00:08:23: Es war halt früher eher so die körperliche Anstrengung für die Menschen und heute ist das eher die geistige Anstregnung, die uns manchmal sehr auslaugt.

00:08:33: Das heißt, wir sind auch tatsächlich gestrester und nehmen aber Stress zusätzlich wahrscheinlich auch noch bewusster wahr?

00:08:42: Ja!

00:08:42: Ganz genau.

00:08:44: Tatsächlich ist es so, dass sogar die WHO, also die Weltgesundheitsorganisation festgestellt hat, dass Stress eine der größten Gefahren für unsere Gesundheit ist?

00:08:56: Jetzt ist es nicht nur du das Erlebst oder ich das aus meinem Alter kenne sondern ganz viele Menschen haben das Gefühl ständig unter Strom zu stehen.

00:09:05: wenn man sich das aber doch schon bewusst macht warum fällt es denn dann immer noch so schwer zur Ruhe zu kommen?

00:09:13: Es fällt uns so schwer zur Ruhe zu kommen, das hat verschiedene Gründe.

00:09:18: Einmal ist es diese ständige Erreichbarkeit dann die Möglichkeit so unglaublich viele Aufgaben an einem Tag erledigen zu können und Dadurch, dass wir vieles so erleichtert bekommen und auch viele Routinen in unserem Alltag haben, befinden wir uns sehr häufig im Autopiloten.

00:09:39: Und eigentlich kann man so sagen die häufiger wir uns im Autopoloten befinden das heißt je häufiger wird irgendeine Sache erledigen und in Gedanken aber ganz woanders ist das do gestresster sind wir eigentlich.

00:09:52: Das hängt damit zusammen, dass es sehr interessant, dass unser Gehirn gar nicht wirklich auseinander halten kann, passiert eine Situation gerade wirklich?

00:10:00: oder stelle ich mir die nur ganz intensiv vor?

00:10:03: Es hat bestimmt auch jeder schon mal feststellen können, dass wenn ihr in Gedanken in einer traurigen Situation war, dass ihm zum Beispiel die Tränen gekommen sind.

00:10:12: Obwohl diese Situation jetzt vielleicht aktuell gar nicht stattgefunden hat oder wenn man sich vorstellt, das man etwas Schönes erlebt, dass man dann unwillkürlich lachen muss?

00:10:22: Oder dass der Tag so richtig blöd stressig und anstrengend wird, bevor es überhaupt losgegangen ist, so richtig ins Stress

00:10:33: gerät?

00:10:34: Der Puls steigt, die Herzfrequenz steig, der Atem schneller wird.

00:10:39: Das haben wir bestimmt alle schon mal erlebt.

00:10:42: Was passiert denn mit einem Menschen?

00:10:44: Wenn er über längere Zeit diesem Stress ausgesetzt ist und seine eigenen Bedürfnisse ja auch ignoriert an dieser Stelle?

00:10:51: Genau!

00:10:53: Um es ganz kurz zu beantworten – der Mensch wird krank ist Stress eine ganz natürliche Reaktion vom Körper, dann unterscheidet man noch mal einen guten Stress und schlechten Stress.

00:11:05: Und Mal kann unser Körper durchaus Stress aushalten und wirkt sogar mitunter belebend auf den Körper!

00:11:13: Wenn wir uns aber dem Dauerstress aussetzen also ständig das Gefühl haben gar nicht zu leben sondern nur noch zu funktionieren und nur noch dazu sein um unsere Tuduliste abzuarbeiten werden wir darüber irgendwann krank.

00:11:27: Das kann sich äußern erstmal in Kopfschmerzen, in Bauchschmerz, Rückenschmerzen.

00:11:33: Also es kann überall quasi weh tun.

00:11:35: Man kann sich vielleicht auch völlig erschöpft fühlen bis hin zu depressiven Zuständen.

00:11:42: Im Prinzip wird auch der Stauerstress unter Immunsystem runtergefahren und wir können anfälliger werden für Krankheiten.

00:11:50: Leider kann es auch so weit kommen, dass wenn man den Stress dauerhaft ignoriert.

00:11:55: Dass man wirklich ernsthaft erkranken kann oder auch sowas wie ein Herzinfarkt haben kann oder einen Schlaganfall.

00:12:03: Du begleitest viele Menschen auch über längere Zeit in ihrem Alltag als Coaching?

00:12:10: Was glaubst du oder was hast du festgestellt, wonach sehnen sich Menschen eigentlich im Kern?

00:12:17: Das ist natürlich schwierig zu beantworten und kommt natürlich auf den Menschen drauf an.

00:12:21: Was ich auf jeden Fall feststellen konnte, das ist meistens... Wir reden uns ein wir sehen uns nach bestimmten Dingen Und wenn es dann soweit ist dass wir die erreicht haben Dass sie uns gar nicht diese Glückseligkeit bringen die wir uns vorgestellt haben Und im Kern kommen die menschen auch immer wieder darauf zurück dass eigentlich das was wirklich zählt Beziehungen zum Beispiel sind gute Beziehung in der Familie oder auch gute Beziehungen mit Freunden.

00:12:53: Dann ist es sehr wichtig für Menschen, dass sie nach ihren eigenen Werten leben.

00:12:59: und das Interessante dabei ist, dass viele Menschen die man fragt was sind denn eigentlich deine Werte?

00:13:06: Die wissen das gar nicht!

00:13:08: Und da ist es natürlich sehr schwierig weil wie soll ich nach meinen Werten Leben wenn ich überhaupt nicht weiß was meine Werte sind?

00:13:16: Also ich würde sagen hauptsächlich diese zwei Dinge, also nach den eigenen Werten zu leben.

00:13:20: Nach den eigenen Vorstellungen zu leben, gute Beziehungen zu haben.

00:13:24: auch eine schöne Freizeitgestaltung und Selbstfürsorge sind da super wichtig.

00:13:30: Wenn du so einen Blick in unsere Gesellschaft wachst, glaubst du dass mehr Menschen eher funktionieren oder eher wirklich leben?

00:13:38: Tatsächlich... habe ich sehr häufig den Eindruck, dass viele Menschen nur funktionieren.

00:13:44: Durch diese Schnelllebigkeit die unsere Zeit mit sich bringt haben wir halt auch das Gefühl ständig funktionieren zu müssen.

00:13:52: Wir gucken uns Social Media an und Filme.

00:13:55: da läuft alles toll.

00:13:57: Die Frauen kriegen alles hin die Männer sind stark Und können für ihre Familie sorgen.

00:14:04: die Frauen kriegen Alles unter einen Hut familie Job haushalt.

00:14:10: Alles ist toll um uns herum und dieser Vergleich mit anderen bewirkt einfach, dass wir das Gefühl haben immer besser schneller und produktiver sein zu müssen.

00:14:21: Und das stresst uns unterm Strich wirklich unglaublich!

00:14:26: Wir wollen hier gerne im Gespräch den einen oder anderen Impuls geben, wie das anders werden kann und mit Achtsamkeit ist ja durchaus einiges zu erreichen im Alltag.

00:14:38: Jetzt hast du eben schon gesagt es geht eigentlich darum aus diesem Autopiloten herauszukommen.

00:14:44: dafür muss ich mir das doch auch erstmal bewusst machen dass ich im Autopilotin bin.

00:14:49: also was ist denn eigentlich der erste Schritt für dich auf dem Weg zur Achtsammkeit?

00:14:55: Der erste Schritt, den ich mit meinen Kunden immer mache ist Selbstbeobachtung.

00:15:00: Sich einfach mal im Alltag selbst zu beobachten sich vielleicht auch einmal den Bäcker zu stellen weil am Anfang ist das wirklich schwierig wenn man so Produktiv ist und seine To-do Liste abarbeitet, von einem Termin zum anderen jetzt einfach mal wahrzunehmen.

00:15:14: Wie geht's mir denn eigentlich gerade?

00:15:17: Ist das dann eigentlich alles in Ordnung so wie es jetzt gerade ist?

00:15:20: Was habe ich denn jetzt gerade im Moment für ein Bedürfnis?

00:15:24: Und dass es selbst dann interessant zu bemerken, wenn man keine Zeit hat diese Bedürffnisse vielleicht zu erfüllen aber einfach nur mal wahrzunehmen.

00:15:32: was ist gerade, wie fühle ich mich gerade?

00:15:34: Was hätte ich jetzt für eine Bedürftnis?

00:15:36: Das ist der erste Schritt auf dem Weg... Achtsamkeit auch mal nicht nur seine körperlichen Reaktionen zu beobachten, sondern sich auch einmal in Gedanken zu beoberten.

00:15:46: Also die eigenen Gedanken quasi zu beoberten!

00:15:49: Denn wir sollten nicht alles glauben was wir denken.

00:15:54: das wird der ein oder andere sicherlich schon gehört haben und es ist absolut wahr.

00:15:59: Ich glaube, für den einen oder anderen ist das durchaus schwierig.

00:16:02: Auch diese Gedankenkreise wirklich bewusst zu unterbrechen gibt es vielleicht kleine Übungen die jeder auch sofort ausprobieren kann um mehr in das jetzt in den Moment zu kommen.

00:16:16: Ja, absolut!

00:16:17: Es gibt da ganz vieles was zum Beispiel unauffällig ist und man überall machen kann es den eigenen Atem zu beobachten.

00:16:25: Achsamkeit ist sowieso ganz eng mit dem Atem verknüpft und unser Atem passiert immer gerade im Moment also hier und jetzt.

00:16:32: wir atmen ein Wir atmen aus und das Beobachten des eigenen Atems und auch in Gedanken beim eigenen Atem zu sein bringt uns sofort wieder in die Realität, in den Moment zurück.

00:16:46: Gibt es noch andere Übungen, die du

00:16:49: empfehlen kannst?

00:16:50: Also was auch relativ schnell und einfach durchzuführen ist die fünf vier drei zwei eins Übung und zwar suche ich mir erst mal fünf Dinge, die ich sehen kann und die betrachte ich dann eine Weile widme den wirklich meine ganze Aufmerksamkeit.

00:17:06: Das ist also hier ganz, ganz wichtig!

00:17:08: Ich kann mir vorstellen ich betrachte irgendwas was ich noch nie zuvor gesehen habe und schauen wir ganz genau an wie es die Beschaffenheit?

00:17:16: Wie ist die Farbe?

00:17:17: reflektiert beispielsweise das Licht darin?

00:17:20: ist das weich?

00:17:21: ist das fest?

00:17:23: Alles Mögliche können wir da betrachten.

00:17:25: Und wenn wir fünf Dinge gefunden haben, können wir uns auf nacheinander natürlich ganz wichtig, nacheinander auf vier Dinge konzentrieren die wir fühlen können nämlich zum Beispiel wie fühlt es sich jetzt gerade an hier zu sitzen oder zu stehen?

00:17:39: Oder zwickt es vielleicht hier oder da in meinem Körper ohne das jetzt so bewerten einfach noch mal wahrzunehmen?

00:17:46: und dann können wir unsere drei Dinge koncentrieren, die wir hören können können wir mal vielleicht auch die Augen schließen.

00:17:53: Das hilft beim Hören finde ich immer extrem, also sich nur auf den Hörsinn zu konzentrieren und dann hören wir mal ganz genau.

00:18:00: was gibt es denn hier für Geräusche?

00:18:02: Je nachdem wo man ist Auto lernen vielleicht oder vielleicht wenn man irgendwo spazieren geht im Wald ist das Zwitschern von Vögelchen oder das Rascheln im Laub usw.

00:18:15: Und dann können wir Mal schauen gibt es zwei Dinge die ich riechen kann.

00:18:20: Und es ist auch absolut in Ordnung, wenn wir nichts riechen können.

00:18:23: Dann können wir zumindestens ganz achtsam feststellen dass wir gerade im Moment nichts rießen können.

00:18:28: aber vielleicht gibt es auch den zarten Gruch von Blümchen oder Regen auf warm aus Fall.

00:18:38: da gibt's ja ganz verschiedene Möglichkeiten und dann können wir mal gucken können wir noch etwas schmecken vielleicht den letzten Kaffee, den wir getrunken haben.

00:18:46: Vielleicht ist noch ein ganz klein bisschen was übrig von der letzten Mahlzeit die wir zu uns genommen haben?

00:18:51: Vielleicht haben wir auch gerade einen Bonbon oder einen Kaugummi im Mund und es ist auch absolut in Ordnung festzustellen dass wir gerade im Moment gar nichts schmicken können.

00:19:02: Du hast eben etwas spannendes gesagt nämlich das wir diese Dinge nacheinander tun sollen.

00:19:09: bedeutet das im Umkehrschluss das Achtsamkeit nur funktionieren kann wenn ich Dinge wirklich nacheinander mache also diese mehr vom multitasking?

00:19:18: können wir die überhaupt aufrechterhalten?

00:19:20: Geht das multitasking oder ist es eigentlich ein kompletter Widerspruch zur Aufmerksamkeit?

00:19:24: Ja,

00:19:25: also multitasking würde ich mal sagen.

00:19:26: Ist ja das absolute Gegenteil von Achtsamkeit und multitasking ist ohnehin ein Mythos!

00:19:32: Also wir können tatsächlich natürlich können wir Sachen... Wir können eine E-Mail schreiben und gleichzeitig telefonieren aber unser Gehirn kann sich immer nur auf eine einzige Sache konzentrieren.

00:19:43: Das heißt in ganz ganz schneller Folge springt unsere Aufmerksamkeit hin und her.

00:19:47: wenn wir jetzt das Beispiel nehmen von e-mail schreiben und telefonieren, springt es ganz schnell zu der E-Mail.

00:19:53: Dann verpassen wir in der Zeit.

00:19:54: aber das was unser Gesprächspartner uns gerade erzählt und in ganz schneller Folge springt ist wieder zurück die Aufmerksamkeit zu dem Telefonat.

00:20:01: dann kann's sein dass wir irgendwelchen Quatsch schreiben oder unsere Finger sich im Moment gar nicht bewegen und es wurde darüber sogar schon eine Studie gemacht oder vielleicht sogar mehrere da bin ich mir jetzt nicht sicher.

00:20:14: produktiv ist, multitasking zu betreiben.

00:20:17: Weil viele Menschen bilden sich ja ein wenn ich mehrere Sachen gleichzeitig mache bin ich schneller fertig.

00:20:22: Tatsächlich ist es aber so dass dadurch das unsere Aufmerksamkeit in schneller Folge hin und her springt, dass wir von einer Sache immer etwas verpassen und uns da gerne Fehler unterlaufen.

00:20:34: deswegen wäre es achtsamer und auch besser für das Ergebnis, wenn wir eine Sache nach der anderen machen.

00:20:43: Und einfach mal das eine ruhen lassen während wir das andere machen!

00:20:48: Wir werden dann auch feststellen dass wir entspannter sind.

00:20:51: Das kommt nämlich noch hinzu.

00:20:54: Jetzt ist die Achtsamkeit, so hast du es eben erklärt.

00:20:57: Etwas was uns im Alltag total helfen kann Dinge bewusster wahrzunehmen ums auch selbst besser zuzuhören dass es aber auch auf viele andere Lebensbereiche große Auswirkungen hat zum Beispiel Beziehungen und Kommunikation.

00:21:12: Welche Rolle spielt denn Achtsammkeit?

00:21:14: Auch in den Verbindungen in den Beziehung die wir miteinander haben?

00:21:19: Ja, ganz genau.

00:21:20: Also wenn wir achtsam gegenüber uns selbst sind und auch achtsamm gegenüber unserem Umfeld – das kann der Partner sein, das können Freunde sein, dass können die Kinder sein – können wir unsere Beziehungen unglaublich verbessern!

00:21:33: Und nicht nur unsere Beziehung sondern auch unsere Außenwirkungen.

00:21:37: Das wird ja für den einen oder anderen auch interessant sein.

00:21:40: Denn man unterhält sich natürlich lieber mit jemanden, der einem wirklich zuhört Und wo man das Gefühl hat, aha der versteht mich.

00:21:49: Der kann nachvollziehen was ich sage wie jemand der eigentlich in Gedanken immer woanders ist und gar nicht so richtig mitbekommt was wir sagen.

00:21:57: Wenn wir achtsam sind im Beziehungen also in der Kommunikation im speziellen dann würden wir uns darauf konzentrieren wenn der andere gerade spricht was sagt er gerade?

00:22:16: Was möchte der eigentlich mit seinen Worten transportieren?

00:22:20: Und das wirklich, bis der andere fertig gesprochen hat.

00:22:24: Und das ist mitunter ziemlich schwierig, denn wir sind sehr, sehr häufig – wenn wir in Gesprächen mit anderen sind – schon bei der Antwort.

00:22:32: Und zwar relativ schnell!

00:22:34: Wir basteln im Kopf unsere Antwort und können es eigentlich gar nicht abwarten, dass der andere fertig gesprochen hat damit wir endlich sagen können was wir selbst gerne sagen möchten.

00:22:43: Dabei geht uns ganz viel Information von dem, was der andere sagt verloren.

00:22:48: Genauso entstehen auch gerne Missverständnisse Oder wir sind vielleicht im Abgleich.

00:22:54: Der andere zählt uns irgendwas und wir sind im Kopf total beschäftigt damit, hab ich so was Ähnliches auch schon mal erlebt?

00:23:00: Wo habe ich das erlebt?

00:23:02: Und schon sind wir in Gedanken im eigenen Erleben statt im Zuhören.

00:23:07: Es kann auch mitunter sein dass der Andere mit uns spricht und wir kriegen einfach gar nicht mit was er sagt.

00:23:13: Das ist bestimmt jedem auch schonmal passiert dass man einfach in Gedanken komplett woanders ist.

00:23:20: Uns beschäftigt gerade irgendetwas und statt das mit dem anderen so auch ganz offen zu kommunizieren, tun wir so als wenn wir zuhören sind eigentlich in Gedanken ganz woanders vielleicht beim letzten Streitgespräch oder bei irgendeiner Situation die uns unangenehm war oder irgendwas was in der Zukunft liegt Und dann bekommen wir vom Gespräch gar nichts mit.

00:23:42: und genau darunter leiden auch unsere Beziehungen, so entstehen Missverständnisse.

00:23:47: So entstehen Konflikte und wir können auch so viel schlechter die Beziehung zum anderen aufbauen.

00:23:57: also uns in den Anderen hineinversetzen im Prinzip Also wirklich fühlen was fühlt ihr denn gerade?

00:24:03: Also dieses tiefe Verständnis fehlt, wenn wir unachtsam sind in der Kommunikation.

00:24:10: Warum macht er andere eigentlich das was er macht?

00:24:12: Warum reagiert er so wie er reagiert?

00:24:15: Wenn wir ganz aufmerksam zuhören werden wir das hören

00:24:18: können.".

00:24:19: Das heißt zuhörn würde in dem Fall bedeuten nicht nur mit den Ohren zuzuhören sondern das ganze Wesen dieser Person wahrzunehmen.

00:24:28: Wie verhält sie sich also wirklich komplett zu erfassen zu versuchen, das zumindest sehe ich das richtig

00:24:36: genau.

00:24:37: Ich hätte am Anfang als du anfingst nämlich gesagt warum?

00:24:40: ich höre doch immer zu.

00:24:41: aber jetzt wo du es so genauer beschrieben hast man ist oft natürlich nur mit halbem Sinn dabei und erfasst die person vielleicht gar nicht so wie sie das natürlich auch wert ist.

00:24:54: Aber wie kann ich das denn jetzt ganz konkret lernen?

00:24:57: Wirke ich nicht vielleicht auf jemanden, mit dem ich vorher nichts so gesprochen habe.

00:25:01: Vielleicht ein bisschen spooky wenn ich den plötzlich von oben bis unten anschaue und versuche ihn zu erfassen.

00:25:09: Ich kann mir vorstellen dass es wirklich auch anders erscheint oder beim Gegenüber möglicherweise auch seltsam ankommt.

00:25:16: oder liege ich da falsch?

00:25:18: Ja, absolut.

00:25:21: Also du liebst absolut nicht falsch!

00:25:23: Das kann natürlich auf andere erst mal befremdlich wirken wenn man denen wirklich ganz aufmerksam zuhört.

00:25:29: es gibt sogar Menschen den ist das im ersten Moment vielleicht sogar etwas unangenehm weil man das sonst gar nicht macht oder weil sie's auch vielleicht gar nicht gewöhnt sind so viel Aufmerksamkeit vom Gesprächspartner zu bekommen.

00:25:43: das kann also durchaus sein.

00:25:45: Nichtsdestotrotz lohnt es sich absolut und auch wenn das vielleicht am Anfang Irritationen hervorruft, werden unsere Beziehungen davon profitieren.

00:26:00: Es gibt noch einen anderen Bereich der sicherlich sehr eng mit Achtsamkeit verknüpft sein kann nämlich den Umgang mit Krisen Und solche Krisen und Phasen haben wir im Leben sicherlich alle mal, in denen wir beschäftigt sind mit Sorgen, mit Zukunftsängsten, mit Problemen die wir

00:26:15: haben.

00:26:16: Wie kann Achtsamkeit uns in solchen Lebensphasen helfen?

00:26:22: Also Achtsamtkeit kann uns in der Gedankenbeobachtung schonmal dahingehend helfen dass wenn wir achtsam mit uns selber sind viel schneller und auch viel leichter auffällt, wenn wir uns zum Beispiel in diesen Gedanken kreiseln befinden.

00:26:39: Und Probleme die entweder in der Vergangenheit liegen also ein unangenehmes Gespräch oder einen Streit mit dem Partner oder vielleicht was, was in Zukunft passiert?

00:26:48: Wenn wir da immer und immer wieder damit beschäftigen... Dann, ich habe ja eben schon mal erklärt.

00:26:54: Unser Gehirn kann nicht wirklich unterscheiden.

00:26:56: Passiert etwas wirklich oder denke ich nur ganz intensiv daran?

00:27:00: Das heißt wenn ich mich ständig in Gedanken, in meinen Problemen befinde dann entsteht auch so eine Art Dauerstress und eine Art Daueranspannung.

00:27:10: also in dem Punkt kann uns Achtsamkeit natürlich helfen weil wir viel schneller feststellen.

00:27:15: Oh Stop!

00:27:16: Ich merke gerade Ich befasse mich mit meinen Problemen, obwohl die jetzt vielleicht aktuell gar nicht da sind.

00:27:22: Ich mache jetzt vielleicht einen schönen Spaziergang durch den Wald und könnte vielleicht die Sonne genießen, den Wind geniessen, die Gerüche genißen, bin ich in Gedanken ganz woanders und bin in meinem Streitgespräch dann kann sogar so ein Waldspaziergang wirklich unangenehm werden.

00:27:40: Jetzt hast du gesagt okay wir sollten uns im Alltag wenn wir zum Beispiel Auto fahren zähne putzen duschen uns auch wirklich mit diesen Situationen beschäftigen, in dem Moment sein und nicht so viel schon über das was gleich passieren wird nachdenken.

00:27:57: Wir sollen auch nicht so sehr in der Vergangenheit leben und uns am besten auch nicht viele Zukunfts-Sorgen machen.

00:28:04: Irgendwann denken wir ja aber halt schon irgendwie mal an das was kommt und das ist ja auch irgendwie nötig.

00:28:09: Wann mache ich das?

00:28:10: oder wie machst du das denn im Alltag?

00:28:12: Also wenn wir unsere eigene Gedanken ständig unterbrechen dann wollen die ja schon auch irgendwie mal raus.

00:28:18: Das ist ja auch wichtig, weißt du was ich meine?

00:28:21: Ja absolut!

00:28:22: Wie findet man da die richtige Balance zwischen nicht zu viel und nicht zu wenig nachdenken?

00:28:28: Genau.

00:28:29: Also wir können uns ja ganz bewusste Momente schaffen, indem wir zum Beispiel über unsere Zukunft nachdenken und das ist ja auch absolut wichtig!

00:28:37: Es ist ja motivierend sich bestimmte Ziele zu stecken oder es ist auch ganz ganz wichtig aktuelle Situationen vielleicht mal zu überdenken eine Beziehung zu über denken oder den Umgang miteinander zu über Denken oder was es da auch alles gibt Und dafür sollte man sich ganz bewusste Momente schaffen.

00:28:54: Wenn man das nämlich nicht macht, dann passiert es viel häufiger, dass unser Kopf quasi ausbricht und das ganz automatisch macht.

00:29:04: Das auch in den Situationen, in denen das vielleicht gar nicht reingehört, unangebracht ist oder einfach nur störend.

00:29:13: Das heißt, wenn ich das so fragen darf.

00:29:16: Wenn du jetzt irgendein Problem siehst was vielleicht auf dich zurollt und möchtest das lösen dann würdest du dich ganz konkret hinsetzen in irgende einem Raum indem du dich wohl fühlst ob es jetzt zu Hause oder unterwegs ist Und nimmst dir dann die Zeit das zu durchdenken und möglichst eine Lösung zu finden.

00:29:37: Also man merkt das auch ganz gut.

00:29:38: Wenn ein Problem im Kopf immer wieder aufpoppt, dann will da dieses Problem Beachtung bekommen und dann ist es gut wenn man sich einfach mal eine Zeit nimmt wo man vielleicht bisschen Leerlauf hat und sich dann einfach auch mal ich empfehle dass immer sehr gerne mit Papier und Zettel hinsetzt und einfach mal aufschreibt was ist denn jetzt gerade mein Problem?

00:29:57: wie fühlt sich das denn gerade für mich an?

00:29:59: Und was wären denn vielleicht mögliche Lösungen für dieses Problem?

00:30:03: also sich wirklich nur die Zeit nimmt sich damit zu beschäftigen.

00:30:08: Jetzt hast du gerade so ein spannendes Wort gesagt, das kenne ich gar nicht Lehrlauf haben.

00:30:14: Es gibt sicherlich vielen von unseren Zuhörerinnen und Zuhären so dass Langeweile oder Lehrlauf eigentlich gar nicht mehr so einen Platz im Leben haben wobei es ja sehr wichtig ist das auch mal zu

00:30:25: haben.

00:30:26: Deshalb würde ich gerne auf den Punkt Digitalisierung und digitale Welt kommen, die ja sicherlich diesen Lehrlauf, den man vielleicht früher mal hatte komplett eingenommen haben an Zeit.

00:30:37: Was denkst du welche Auswirkungen haben soziale Medien?

00:30:40: Haben Smartphones auf unsere Aufmerksamkeit?

00:30:43: Ja, ganz enorm viel.

00:30:45: Es gibt darüber ja bereits eine Studie das unsere Aufmerksamkeitsspanne also unsere Konzentrationsspanne seit den sozialen Medien und seit der intensiven Benutzung von Handytablet usw.

00:30:57: stark gesunken ist.

00:30:59: Und ich glaube dass kann auch jeder selber an sich feststellen.

00:31:03: Also es ist ja so Ich erwische mich auch ab und zu selber dabei bemerke das aber dann noch ganz achtsam.

00:31:11: Es ist häufig so, dass die Menschen, wenn man seinen Umfeld beobachtet ... Bei dem kleinsten Amflug von Langeweile sofort nach ihrem Smartphone greifen.

00:31:20: Und dabei ist ganz genau diese Langeweile und dieser Leerlauf so wichtig für uns, weil in diesen Momenten kann unser Gehirn nämlich entspannen.

00:31:30: Wenn unser Gehörn entspannt und zur Ruhe kommt entstehen auch neue gute und kreative Ideen die wir sonst unterdrücken.

00:31:38: Jetzt wird natürlich der eine oder andere sagen ich hol mir in Social Media kreativen Ideen aber da sollte man sich auch selber mal hinter Fragen, schaue ich mir etwas an und setze das dann wirklich um oder konsumiere ich nur die ganze Zeit mehr und mehr.

00:31:54: Das ist ja auch glaube ich eine gute Übung wenn ich merke jetzt habe ich schon wieder zum Handy gegriffen weil ich gerade ne Sekunde Leerlauf hatte sich das also bewusst zu machen und es dann vielleicht wieder wegzulegen.

00:32:07: was Vielleicht hast du ein Tipp, was könnte ich denn dann machen?

00:32:11: Also ich kann mal sagen, dass ich probiert habe.

00:32:14: Ich hatte eine Zeit lang einen Buch in der Nähe liegen und immer wenn ich zum Handy greifen wollte, hab' ich zum Buch

00:32:21: gegriffen

00:32:22: und erstmal drei Seiten gelesen.

00:32:24: Ging nicht ganz so gut weil das Handy ist ja irgendwie immer dabei und das Buch leider nicht.

00:32:29: Ist es überhaupt sinnvoll, das eine mit dem anderen zu ersetzen oder ist es nicht viel besser... Ich weiß nicht, wirklich die Lehre und die Stille dann auch zu genießen.

00:32:37: Also was empfiehlst du um dieses reflexartige Greifen zum Handy?

00:32:43: Zu reduzieren?

00:32:43: also um das reflexartig greifend zum Handy zu reduzieren empfielte sich absolut das Handy außer der Sichtweite zu haben.

00:32:50: Auch darüber gibt es übrigens schon eine interessante Studie dass selbst der Blickkontakt zum Handy reicht, um ständig danach zu greifen.

00:33:00: Wenn das Handy aber zum Beispiel ausgeschaltet in einem anderen Raum liegt dann ist die Wahrscheinlichkeit dass ich da hingehe und das Handy an mich nehme viel viel geringer Und dann besteht ja auch noch die Gefahr, dass ich mich ständig mit anderen vergleiche.

00:33:16: Wenn ich in den sozialen Medien viel unterwegs bin und das löst wiederum auch Stress aus.

00:33:21: Das hatte ich ja vorhin schon mal erwähnt.

00:33:23: Das heißt wir kriegen von außen immer gezeigt wie toll es bei anderen läuft was sie alles haben was die alles können was die für Leistungen bringen.

00:33:30: und im Prinzip Stresst uns das unter dem Strich dieser Vergleich mit anderen.

00:33:36: Und um nochmal auf deine Frage von vorhin zurückzukommen, das hatten die Leute halt früher nicht.

00:33:41: Die konnten sich nur mit den Menschen vergleichen, die unmittelbaren ihrem Umfeld waren.

00:33:46: und wie wahrscheinlich ist es schon, dass du in deinem unmittelbaren Umfeld so viele Menschen hast, die zum Beispiel Spitzensportler sind, die besonders schnell sind, besonders lange laufen können, besonders gelenkig sind oder Spitzenschportler, Spitzentourner was auch immer?

00:34:01: Genau das bekommen wir aber in den sozialen Medien ständig gezeigt!

00:34:05: uns ja eigentlich mit Menschen, die überall schon an der Spitze stehen.

00:34:10: Also dir alles haben und selbst bei diesen Menschen läuft ja nicht alles rund aber wir kriegen ja nur zu sehen was wir sehen sollen.

00:34:20: Vielleicht auch mal eine persönliche Frage an dich?

00:34:23: Was machst du denn selbst wenn dein Leben mal hektisch wird?

00:34:27: und jetzt sag bitte nicht es wird nicht auf einmal hektische bei dir?

00:34:30: Absolut!

00:34:34: Nein, mein Leben wird niemals hektisch.

00:34:36: Natürlich

00:34:36: wird es das

00:34:38: und ich habe ja vorhin auch schon mal erzählt Ich erwische mich selber dabei Dass sich zum Beispiel bei Langeweile nach meinem Handy greife.

00:34:45: Aber ist es halt so dass ich das dann auch bemerke?

00:34:48: Und da muss halt jeder für sicher herausfinden was ihm selber gut tut.

00:34:53: also im punto selbstfür sorge Was sind denn eigentlich meine bedürfnisse in bestimmten momenten?

00:34:59: oder was tut mir generell gut?

00:35:03: persönlich sehr, sehr gut tut ist Wandern.

00:35:07: Ich bin sehr gerne in der Natur.

00:35:09: das Entspannt mich ungemein.

00:35:10: dann gucke ich mir Blätter an Käfer an.

00:35:13: wenn man mich von außen beobachtet würde man wahrscheinlich denken was ist das denn für eine schrullige alte?

00:35:19: aber dass es so zum Beispiel etwas was mich entspannt.

00:35:22: Dann bin ich auch sehr kreativ.

00:35:24: also mein Hobby ist zb Möbelbau.

00:35:29: Ich arbeite sehr, sehr gerne mit Holz und Stoff.

00:35:32: Ich mache auch Mosaike aus kleinen Steinchen.

00:35:39: Das sind so die Dinge, die mir gut tun oder auch Zeit mit meiner Familie zu verbringen.

00:35:44: Aber da muss jeder für sich selber herausfinden was ihm gut tut!

00:35:49: was auch noch interessant ist, die Leute denken vielleicht weil ich achtsam bin meditiere ich unglaublich viel.

00:35:56: Ich meditiare ja aber unglaublich viele.

00:36:00: nein es ist nämlich gar nicht unbedingt nötig viel zu meditieren, um achtsam zu sein.

00:36:07: Ich hatte ja vorhin schon mal erwähnt, dass man Achtsamkeit überall im Alltag leben kann.

00:36:12: Ob das bei kleinen Routinen sind oder ob es sich selbst im Umgang mit anderen ist.

00:36:19: Überall kann man achtsamt sein und Achtsammkeit leben.

00:36:23: Also ist Achtssamkeit eigentlich eine Haltung die man sich quasi antrainieren kann Bewusstwerdung.

00:36:33: So klingt es, dass das auf jeden Fall notwendig ist um diesen Zustand und diesen Lebensstil zu erreichen.

00:36:41: Ist das richtig so?

00:36:43: Ja also Achtsamkeit ist nichts was noch zusätzlich auf die Tuduliste des Tages draufkommt sondern Achtsamtkeit ist einfach eine andere Art und Weise sein Alltag zu erleben.

00:36:56: Das heißt, ich höre raus.

00:36:58: Wir dürfen uns mit zwei Fragen auch mal beschäftigen.

00:37:01: Die habe ich jetzt aus unserem Gespräch mitgenommen nämlich einmal was tut mir eigentlich gut?

00:37:06: Weiß ich das

00:37:08: und was sind eigentlich meine Werte?

00:37:10: dass du jetzt im Gespräch

00:37:11: so gesagt

00:37:12: ich glaube das ist etwas was viele Zuhörerinnen und Zuhörer vielleicht auch für sich mitnehmen können als Abschluss vielleicht noch Hast du noch eine kleine Übung für uns, die wir sofort außer der Atemübung jetzt beispielsweise heute umsetzen können?

00:37:30: Ja tatsächlich.

00:37:31: Ich würde auch nur auf eine Atem-Übung zurückkommen.

00:37:34: ich

00:37:34: präsentiere

00:37:35: das meinen Kursen immer als die schnellste Entspannung der Welt.

00:37:38: Das ist ganz wunderbar und zwar wenn wir merken dass wir sehr angespannt und gestresst sind.

00:37:43: dann hilft es ein paar mal hintereinander tief einzuatmen in den Bauchraum und mit einem Seufzen wieder auszuatmen.

00:37:54: Vollständig!

00:37:54: Ich mache das jetzt einfach mal vor, wenn sich das vielleicht ein bisschen komisch anhört... ich atme also tief ein und atme so auf diese Art und Weise wieder aus.

00:38:07: Und das kann man ruhig ein paar Mal hintereinander machen denn das signalisiert einmal an unseren Nervensystemen.

00:38:15: Aha!

00:38:15: Also unser Vagusnerv der läuft durch unseren hinteren Bauchraum kann man so sagen und durch eine tiefe Bauchatmung wird der Vagusnerv aktiviert, und der sorgt für eine Entspannungsreaktion im Körper.

00:38:31: Dazu kommt aber noch wenn ich tief einatmen mit einem Seufzen wieder ausatme.

00:38:37: das mache ich ja normalerweise nur dann Wenn ich irgendetwas geschafft habe, wenn ich irgendwas erledigt hab.

00:38:43: Das heißt dass signalisiert unserem Kopf So die Anspannung ist jetzt vorbei Jetzt es Zeit für Entspanungen.

00:38:51: Du kannst jetzt alles loslassen.

00:38:54: Das klingt sehr verlockend, ich danke dir!

00:38:57: Liebe Maria, habe aber noch eine Abschlussfrage?

00:38:59: Ja...

00:39:01: Was bedeutet für dich persönlich Frieden?

00:39:06: Frieden?

00:39:07: ja also für mich persönlich bedeutet Frieden kein Frieden im Außen sondern Frieden in meinem Inneren.

00:39:16: das heißt zum Beispiel im Einklang mit meinen Werten zu leben freundlich zu mir selber zu sein und auch freundliche und nachsichtig mit meinem Umfeld zu sein.

00:39:30: Also ich glaube, auch... Ich bin der Überzeugung dass wenn mehr Menschen inneren Frieden hätte das es auch viel mehr Frieden im Außen geben würde.

00:39:41: Eine sehr verlockende und schöne Vorstellung Maria!

00:39:44: Ich danke dir ganz herzlich für dieses offene und für mich und bestimmt auch für Sie liebe Zuhörerinnen und Zuhärre sehr inspirierend Gespräch.

00:39:53: Danke dir.

00:39:54: Ich danke,

00:39:55: dass

00:39:55: ich hier sprechen durfte!

00:39:57: Vielleicht nehmen wir aus dieser Folge vor allem eines mit – Achtsamkeit bedeutet nicht dem Alltag zu entfliehen, sie bedeutet ihm bewusster zu begegnen, den Moment wahrzunehmen sich selbst zuzuhören und vielleicht auch wieder zu entdecken was im Leben wirklich wichtig ist.

00:40:14: In diesem Sinne liebe Zuhörerinnen und Zuhöre hören wir uns nächsten Sonntag wieder und bis dahin bleiben Sie gesund und machen Sie es gut.

Über diesen Podcast

HÖRlokal soll mehr sein als ein Podcast. Es soll Erinnerungen beleben, zum Lachen bringen, mit Musik beflügeln, Heimatgefühl schenken. Und ja, vielleicht auch die Menschen wieder etwas näher zueinander bringen. Dort, wo in den letzten Monaten Distanz entstand, dort wo die Entfernung zu weit und die Einsamkeit zu groß geworden ist. Wir wollen das Nassauer Land mit seinen wunderbaren Menschen nicht nur erlebbar, sondern auch hörbar machen.

Ideengeberin des Projektes „HÖRlokal“ ist Andrea Mathy, Projektleiterin ist Jennifer Ingmann. Träger unseres Projektes ist der Sozialkompass Nassau e.V.. Dank der großartigen Unterstützung der G. u. I. Leifheit Stiftung ist unser Projekt für eine einjährige Pilotphase gesichert.

von und mit Jennifer Ingmann und Andrea Mathy

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