00:00:02: Hier ist ihr buntes Hörlokal, da hören sie ganz und gar lokal.
00:00:10: Ihr Platz im schönen Hörhör-Hörlokaal.
00:00:17: Herzlich willkommen zum Podcast Hörlokal Unterhaltung aus dem Nassauerland!
00:00:23: Heute mit dem zweiten Teil des Interviews mit Jörn Mucher, der das Buch Der Rhythmus des Lebens geschrieben hat und uns im heutigen zweiten Teil über Resilienz und die Wichtigkeit von Faszien aufklärt.
00:00:34: Und uns Impulse gibt wie wir wirklich mehr auf uns hören können.
00:00:39: Viel Spaß!
00:00:51: Was macht diese Reizflut?
00:00:53: mit unserem Nervensystem ganz konkret.
00:00:55: Ja, also das ist ein ganz häufiges Phänomen dass wir auf der einen Seite uns entspannt fühlen und auf der anderen Seite aber auch unter einem permanenten Stress stehen oder gerade weil wir unter dem Stress stehen.
00:01:08: Wir haben uns oft so sehr an diesen chronischen Stresszustand gewöhnt Dass wir ihnen psychisch als vollkommen normal einstufen.
00:01:15: Das heißt wir sitzen abends scheinbar entspannt auf der Couch schauen fern lesen Smartphone Handy Tablet, aber das sympathische Nervensystem feuert munter weiter.
00:01:26: Also der Teil des Nervensystems, der uns aktivieren soll.
00:01:30: Aber bitte nicht abends!
00:01:33: Das heißt die Folge davon ist dass die Muskelgrundspannung unnatürlich hoch bleibt, dass die Atmung flach bleibt und regelrecht im Brustkopf stecken bleibt also dass wir nie das Gefühl haben tief in... eine Zwischfeldatmung zu haben, den Bauchraum auch eine schöne Drennage im Bauchrahmen zu bekommen von dem guten Essen, was wir abends gegessen haben.
00:01:55: Der Kopf denkt er ruht sich aus aber der Körper steht voll auf dem Gaspedal.
00:02:00: Das heißt die Folge davon ist dass wir im Schlaf überhaupt nicht mehr runterkommen.
00:02:05: also wir wachen irgendwann in der Nacht auf oder sind permanent wach schlafen erst gar nicht ein und morgens wachen wir voll falls wir geschlafen haben völlig erschlagen und erschöpft.
00:02:18: Ich versuche übrigens schon die ganze Zeit tief zu atmen, wenn sie das immer wieder sagen und merken dass ich tatsächlich auch immer wieder in so eine ganz flache Atmung rutsche.
00:02:28: Das ist ja wirklich verrückt, wenn man darauf achtet.
00:02:32: Sie beschäftigen sich intensiv mit dem Thema Resilienz Auch in Ihrem Buch.
00:02:38: Was bedeutet Resilience für Sie persönlich?
00:02:45: Ganz wichtig ist, dass diese Resilienz eigentlich eine praktische Umsetzung der Salutogenese.
00:02:53: Also unsere spürbare innere Widerstandskraft und oft wird sie völlig verstanden oder missverstanden als eine starre Wand an der einfach alles abprallt.
00:03:08: sind eine Art Teflonmann sozusagen.
00:03:13: Also genau, ne Teflanfunner, das trifft vielleicht ein bisschen besser und für mich ist Resilienz eher wie ein stark verwurzelter Baum.
00:03:19: also selbst wenn der Sturm kommt dann darf man sich auch beugen, man darf Schwäche zeigen und mit dem Wind gehen.
00:03:26: Das ist sogar absolut entscheidend für den Baum.
00:03:30: Der geht immer mit gesessen haben oder haben die mal nach oben geschaut und sehen, dass da oben die Kronen immer mitgehen.
00:03:39: Was würde sonst passieren?
00:03:40: Er würde brechen!
00:03:41: Das heißt er muss mitgehen und darf in dem Moment auch Schwäche zeigen.
00:03:45: aber man besitzt die innere und tiefe Kraft danach unbeschadet wieder in seine eigene Mitte und Aufrichtung zurückzuschwenken.
00:03:53: das ist Resilienz.
00:03:58: Was für ein schönes Bild.
00:03:59: Ich liebe Ihre Bilder in diesem Gespräch, das heißt eben also nicht möglichst viel aushalten zu können und doch in gewisser Weise schon.
00:04:09: aber dass ich eben mitgehe auch mit diesen negativen Gefühlen die das vielleicht mit sich bringt und mit dem Schmerz den man vielleicht dabei empfindet und es nicht einfach an sich
00:04:19: abprallen
00:04:19: zu lassen
00:04:21: Das Negieren von Schmerz, sich einzugestehen.
00:04:25: Man hätte keinen Schmerzen ist ja auch keine Lösung.
00:04:29: Wir haben schöne Momente in unserem Leben, wir haben schwierige Momente wo für Menschen loslassen müssen was auch ein Antrieb das Buch schneller fertig geworden ist, daraus entstanden ist weil ich gesagt habe... In dem Fall meine Schwiegermama, die schwer erkrankt war an Leukämie und auch daran verstorben ist.
00:04:53: Als Möglichkeit ... Wenn wir schon nichts tun können, dann vielleicht etwas tun, wo wir Menschen gesund halten können Und natürlich ein bisschen als Ablenkung.
00:05:04: Aber der Schmerz ist da Wir dürfen den wieder loslassen aber wir gehen gestärkt aus der Situation wieder
00:05:12: hervor.
00:05:16: Deswegen geht es eben nicht darum, alles aushalten zu können.
00:05:21: Sondern ich finde das sehr tragisch dass die Resilienz heute in der Geschäftswelt als diese Teflon-Fahne angesehen wird.
00:05:29: auch Politiker werden ja durchaus damit bezeichnet damit zum Beispiel Mitarbeiter oder Menschen halt noch mehr Stress ertragen können.
00:05:39: Ich glaube auch, dass moderne Führungskräfte feststellen und sehen und den Blick für ihre Mitarbeiter haben und ich einfach noch mehr einpeitschen und zählenlos und losgelöst von Empathie ergieren, sondern dass die wahre Resilienz genau das Gegenteil bedeutet.
00:05:57: Das bedeutet seine eigenen Grenzen klar zu spüren diese feinen Schwingungen wahrzunehmen, die uns die Seele auch mitteilen will und sagt für mich ist jetzt eine Grenze oder ich habe gerade eine Zeit da muss ich trauern, die muss ich durchleben Und dann ist diese Phase abgeschlossen und wir stehen auf.
00:06:19: Es geht gestärkt weiter, also ab und zu auch einfach mal nein sagen wenn der Rhythmus nicht mehr stimmt und es sich eben nicht allem bedingungslos auszusetzen.
00:06:35: Wir gehen von der Resilienz ein bisschen weg.
00:06:37: Sie schreiben in ihrem Buch auch das Bewegung und Faszien eine große Rolle spielen.
00:06:44: Fastien, das ist ja in den letzten Jahren sowieso immer mehr gekommen.
00:06:46: Ich glaube vor zehn Jahren kannte ich persönlich dieses Wort noch gar nicht.
00:06:50: Jetzt höre ich es immer wieder.
00:06:51: Warum sind denn unsere Fastien für den gesamten Körper so wichtig?
00:06:55: Bevor ich dazu komme – und das ist eine sehr interessante Frage, weiß natürlich auch mein Fachgebiet mit der Osteopathie Tangiert.
00:07:05: Das ist eine spannende Geschichte.
00:07:06: Warum eigentlich die Fastien ein bisschen das Aschenpuddel gewebe?
00:07:12: und heute ist es die Königin, sozusagen der König in der Gewebe.
00:07:17: Sehr viel beachtet sehr viel Forschung wird auch in diese Richtung betrieben.
00:07:21: das ist dem geschuldet dass tatsächlich die Anatom also die die anatomische Kategorien unseres Körpers erstellt haben bei den Sektionen des die Faszien, also diese weiße Haut sozusagen weggeschält haben.
00:07:39: Die haben aber erst ab dem zwanzig Jahrhundert damit begonnen weil man wollte die Muskeln besser verstehen und man wollte dahinter liegende Nerven- und Strukturen besser verstehen Und hat im Grunde genommen dieses Gewebe weggeschält.
00:07:52: Also hinten.
00:07:53: die Toracolombalfastie zum Beispiel ist in ganz frühen anatomischen Karten Vor dem zwanzigsten Jahrhundert sehr wohl zu sehen gewesen.
00:08:01: Nach dem zwanzen Jahrhunderte hat man die irgendwie weggeschält und so war das über Jahrzehnte, hatte es überhaupt keine Rolle gespielt weil man gesagt hat... Füllgewebe, Bindegewebe.
00:08:13: Nicht funktionelles Gewebe ist einfach nur da mit der Körper, die ganz zusammenklappt.
00:08:18: Das ist ja ein bisschen so wenn wir bei Ihren schönen Bildern bleiben wie beim Apfel, bei dem man die Schale abmacht dabei steckt doch da so viel Vitamin irgendwie drin?
00:08:26: Hundertprozent
00:08:29: und deswegen Faszien sind, werden heute auch immer noch als Bindegwirbe bezeichnet.
00:08:38: Aber im Grunde genommen ist das ein dreidimensionales unseren Körper durchziehendes Netzwerk.
00:08:44: umhüllt alles jede Muskelfaser, jede Nervenfaser Jede Vene, jede Atelier.
00:08:51: Alles wird umhült.
00:08:52: ja und Natürlich hat es eine stützende Funktion aber es enthält in den Faszinen mehr freie Nervenenden als in allen anderen Geweben zusammen
00:09:04: Okay.
00:09:04: Und
00:09:04: in dem Jahr zwei Tausend Sieben gab es dann diesen Fastien-Kongress in Amerika und da gab's eine spektakuläre Studie, auf einmal war alles anders.
00:09:12: Da kam der Hype wie das immer so ist von einem großen Teich rüber zu uns nach Deutschland.
00:09:18: In Deutschland haben wir einen Fastienforscher mit dem Robert Schleib, der führend ist und festgestellt hat er kann mit einem Neurotransmitter die Fastien reizen dass sie sich zusammenzieht.
00:09:31: Wir wissen heute, dass sie fast eine enorm wichtige Aufgabe haben und die alles halt umhüllen.
00:09:45: Letzten Endes auch vielleicht verkleben können oder nicht mehr untereinander gleiten können.
00:09:50: Das ist vielleicht noch mal wichtig zu erwähnen, das heißt alles was sich nicht bewegt, das sieht man an einem Tümpel wo kein frisches Wasser kommt, das degeneriert geht kaputt und verliert auch letzten Endes seine Funktionen und seine Fähigkeiten.
00:10:04: Das heißt Fastien sind für uns auch wieder Teil des bewegenden Rhythmus des Lebens die irgendwie am allerbesten möglichst Entspannend sein sollen.
00:10:14: oder wie kann ich mir das vorstellen?
00:10:15: In welchem Zustand sind Faszien denn...
00:10:18: Also sie müssen bewegt werden und vor allem bewegt, also die Bewegungs der Bewegungsmangel unserer Zeit.
00:10:24: Wie sagt man so schön ist das neue Rauchen geworden.
00:10:28: Bewegung spielt eine große Rolle und Wasser spielt eine grosse Rolle.
00:10:34: Da gibt es auch eine sehr spannende Geschichte.
00:10:36: Dahinter, der Tonvater Jan, den viele im Laufe der Jahrzehnte belächelt haben und gesagt haben diese komischen federnden Bewegungen die er macht das ist ja alles nicht mehr zeitgemäß, nicht mehr wissenschaftsgemäß.
00:10:47: wir müssen denen dann kam das das aktive denen dazu.
00:10:51: Und dann kam irgendwann der Robert Schleib und dann sagte der nee federnde bewegungs ist dass was die faszin ernährt bewegt hilft eben nichts zu verkleben.
00:11:03: Also ist man ein Stück weit wieder
00:11:05: zum Turntorvater ja bekommen.
00:11:09: Das ist so eine gewisse Arroganz, die einfach auch... ich glaube jeder will seinen Stempel aufdrücken innerhalb der Medizin und ich glaube dass wir anerkennen müssen was vor uns geleistet worden ist und vielleicht doch mal natürlich das hinterfragen gar keine Frage aber auch vielleicht auch mal wohl wollen drauf schauen was alles zu der Zeit auch erreicht worden ist.
00:11:34: Welche Rolle spielt denn Ernährung dabei, unseren Körper wieder in einen natürlichen Rhythmus des Lebens zu bringen?
00:11:41: Ja.
00:11:42: Also natürlich eine überragende... Ach so viele
00:11:45: Themen!
00:11:46: Ja das ist wieder einmal überragend.
00:11:50: Ich sag mal in der IT sag mir so schön shit-in-shit out also wenn wir kein Mensch käme auf die Idee irgendeinen kaputtes Öl in seinen wertvollen ein Zwölfzylindermotor oder Fahrzeuge einzukippen.
00:12:07: Ernährung ist einer der wichtigsten und auch kostbarsten Seiten unseres Instruments, dann geht es natürlich wie bei Dieter was wir schon hatten nicht um starre Diätregeln.
00:12:17: Es geht auch darum dass wir eine natürliche und typgerechte Art gerechter Ernährungen bevorzugen.
00:12:25: also ich halte persönlich von vielen dazu allen Diätform, um es kurz auszudrücken.
00:12:34: Warum?
00:12:36: Es gibt oder anders gesagt wir müssen auch mal unterscheiden wenn jemand krank ist, wenn jemand eine Stoffwechselstörung hat vielleicht auch in der Schwangerschaft vielleicht in der Stillzeit bestimmte Störungen vielleicht auftreten.
00:12:49: dass wir dann uns nach einer Diät richten müssen.
00:12:53: Das nehme ich jetzt mal ein bisschen außen vor, aber ich glaube dass wir wieder lernen müssen unseren Körper mit lebendigen und natürlichen Lebensmitteln zu versorgen die Energie schenken und anstatt ihnen stark verarbeiteten Industrieprodukten zu belasten Abbau den Körper eigentlich nur noch mehr Kraft kostet.
00:13:16: Also wir müssen unterscheiden zwischen Lebens- und Nahrungsmittel.
00:13:19: Lebensmittel, das sind die Mittel, die uns Leben schenken.
00:13:22: Hier war auch Verderben wie ein Apfel.
00:13:25: Der Apfel hingelegt irgendwann Schrumbel der zusammen und dann geht er kaputt.
00:13:31: Auf der anderen Seite hat man Eiweißriegel.
00:13:34: Das ist Nahrungsmittel, denaturierte Eiweiss auch ein Stück weit Keine natürliche Eiweiße Aber das ist ein Kunstprodukt und letzten Endes geht er auch nie kaputt.
00:13:48: Da gab es ja mal Versuche, ich darf jetzt keine Namen nennen mit Fast Food Ketten die in Burger vor siebzig Jahren irgendwo haben liegen lassen.
00:13:57: der sah also heute noch nah zu genauso aus wie damals.
00:14:01: Oh mein Gott!
00:14:02: Das würde ich definitiv als Nahrungsmittel bezeichnen und das ist so die Endstufe der degenerativen nahrungsmitteln, denaturierten Nahrungsmitteln
00:14:12: ja unglaublich.
00:14:14: So müssen wir halt.
00:14:15: ein einfaches Bild wäre jetzt die Muttermilch dass es eins zu eins an den Säuglingen weitergegeben.
00:14:23: und dann gibt's natürlich auch Pulver.
00:14:25: Auch da müssen wir unterscheiden, es gibt in manchen Fällen, wo stillende oder junge Mütter nicht stillen können.
00:14:36: Das möchte ich auch gar nicht kritisieren aber das Pulver ist ein Kunstprodukt und wir sollten versuchen ihnen diese natürliche hartgerechte typgerechte Ernährung wieder zurückzufinden.
00:14:51: Sie haben jetzt eben schon so schön diesen Unterschied genannt zwischen Lebensmitteln und Nahrungsmitteln.
00:14:58: Und da zählt ja noch ganz viel anderes Unnatürliches zu Supplemente zum Beispiel, aber generell ist Gesundheit eine riesige Markt geworden.
00:15:07: Es ist longevity was sie auch angesprochen haben Schlaf Tracking es gibt Bio Hacking und Selbstoptimierung.
00:15:14: Sowieso glauben wir machen uns eigentlich komplizierter als es sein müsste?
00:15:20: Naja, ich sag mal da leben natürlich ganze Branchen von und letzten Endes geht es ja nur darum auch die Produkte zu verkaufen.
00:15:26: Und das suggeriert uns halt dass wir die kaufen müssen.
00:15:30: Es ist ja vollkommen verrückt.
00:15:31: Wir haben uns irgendwie in so einem Labyrinth auch irgendwo voran.
00:15:35: Die Menschen tragen ihre Smartwatches die im morgens sagen ob sie gut geschlafen haben anstatt einfach in sich hineinzuspüren und zu sagen Ja wie habe ich dann eigentlich geschlaft?
00:15:45: Wie war das für mich?
00:15:45: Wie hat sich das angefühlt?
00:15:49: Das wird mir über eine Uhr übermittelt.
00:15:51: Oder wir lagern unsere Körperwahrnehmung an Algorithmen aus, das halte ich für ein großes Problem.
00:15:58: und unser Körper verfügt über einen ganzen Jahrtausende alte unfassbare, brillante Intelligenz – das müssen wir nicht verkomplizieren!
00:16:05: Wenn wir lernen diese eigenen Natur wieder vertrauensvoll zuzuhören dann erwacht unsere Selbstwirksamkeit ganz von alleine.
00:16:14: Und noch ein paar Worte vielleicht zu diesem Longivity-Trend.
00:16:17: Also ich bekomme jetzt vielleicht nicht wöchentlich, aber alle zwei drei Wochen Anfragen ob ich Unterspritzung mit Hyoluronsäure gerne machen möchte.
00:16:28: Es geht um Schönheitsanwendungen und diese Anbieter bekommen auch von mir immer die gleiche Antwort.
00:16:39: Ich würde alles dafür tun dass meine Patientinnen und Patienten das eben nicht brauchen.
00:16:44: Die Frage ist ja warum brauchen wir das?
00:16:48: Und was steckt da wirklich dahinter?
00:16:50: Wie können wir vielleicht auch wieder dieses Urvertrauen in uns gewinnen, um uns gegen solche Trends ein Stück weit zu stellen.
00:17:01: Indem wir Mensch sind und indem wir das Recht haben, in Ruhe und gesund zu altern.
00:17:08: Ob dann eine Falte mehr drin ist oder nicht... Das ist halt ganz normal!
00:17:13: Kann mich einen geschäftlichen Termin, er ist schon viele Jahre her.
00:17:16: Sich anerinnern das war ein Termin mit Amerikanern und es eine nette Anekdote weil dieser Anfang sechzigjährige der hatte schneeweiße Zähne gehabt.
00:17:29: Ein absolut gelangtes
00:17:31: Gesicht uralter Hände Und einer Seite hat an den Ohren hat man die Narben von der OP gesehen.
00:17:40: Und mein erster Gedanke war nicht mich darüber lustig zu machen, weil jeder hat das Recht sein eigenes Leben zu führen und das machen zu lassen.
00:17:48: Das ist vollkommen okay!
00:17:51: Aber was hat diesen Menschen dazu getrieben so etwas machen zu müssen?
00:17:55: vielleicht?
00:17:57: Ja und so gebe ich es auch an meine Patientinnen und Patienten weiter zu sagen ob das Botox, Hyaluronsäure andere Dinge Schönheits-OPs sind Macht das aus den richtigen Gründen.
00:18:11: Wenn ihr das für euch macht und es ist, es fühlt sich gut an für euch aber dann macht es für euch nicht veranderbar.
00:18:18: Nicht um eine Ehe zu retten oder in der Firma als besonders gesund und dynamisch und jung durchzugehen.
00:18:28: Wir haben alle Zeichen des Alters und das ist vollkommen okay.
00:18:32: Das darf auch so sein!
00:18:34: Wunderbar nochmal beschrieben.
00:18:36: und gut, dass Sie es noch mal so sagen.
00:18:39: Sie haben jetzt mehrfach gesagt wir müssen wieder mehr auf uns hören.
00:18:44: Jetzt ist das natürlich schwierig für jemanden der das jetzt verlernt hat vielleicht über die Jahrzehnte Der sich fragt ja wie fange ich denn jetzt an?
00:18:53: Auf mich zu hören von jetzt auf gleich?
00:18:55: Vielleicht haben sie ja zwei oder drei Dinge mit denen jeder von uns vielleicht morgen schon anfangen könnte.
00:19:02: Also der erste Appell wäre in die Natur wieder zu gehen, das heißt also wirklich bewusst diese Zeiten, in denen wir in der Natur verbringen auszuweiten und in den Wald zu gehen dort die Gerüche aufzunehmen, also auch unsere Sinne wieder ein Stück weit zu normalisieren.
00:19:19: Das heißt so hinzugehen und mal zu riechen und zu schmecken was dieser Wald uns bedeutet oder man an die Nadeln von einem Nadelbaum zu gehen und die zereiben und mal die ätherischen Öle und die Tapene, die Duftstoffe die drin sind zu rießen.
00:19:37: Auch da gibt es aus Japan gibt es ja auch so ein bisschen Trend, das Waldbaden und so weiter.
00:19:45: Unsere Vorfahren haben das immer gemacht die sind durch den Wald spazieren gegangen.
00:19:49: Und dann kann man sich... wir haben hier den Müllbach vor der Haustür einfach mal die Schuhe ausziehen, die Socken ausziehen und in den Bach einfach mal reingehen Und einfach mal spüren, was das an den Füßen macht.
00:20:04: Dieses Spüren wie der Körper im Nachgang, wenn wir rausgehen und uns abtrocknen oder auch nicht abtrocknen in die Schuhe wieder zurückgehen.
00:20:12: Wie dann eine wohlige Wärme entsteht, wie das wieder zirkuliert also Den Weg zurück zur Natur.
00:20:18: ich glaube dass uns das wirklich Erstmal auch wieder dazu bringt diese feinen Signale des Körpers zu hören.
00:20:25: Wir beschäftigen uns mit uns Mit unserer Seele wir hören ihr zu Smartphone dabei, sondern wir sind vielleicht sogar alleine.
00:20:34: Also bewusst auch mal ohne Partner oder Kinder durch den Wald zu gehen und sich selbst wieder ein Stück weit zuzuhören.
00:20:41: Das wäre so der erste Appell.
00:20:43: aber ich glaube ganz einfache Umsetzung von drei Dingen wäre zum Beispiel das erste bewusste Aufrechnung also morgens wenn man aufsteht dass man sich einen Moment nimmt ganz bewusst hinstellt ganz tief in den Bauch atmet Also bewusste Zwergfeueratmung und sich innerlich und äußerlich mal aufrichtet.
00:21:06: Und ich hingeht als erstes an Sandy und guckt, okay, welche E-Mails habe ich bekommen?
00:21:11: Welche Facebook-Gruppe hat das Essen gepostet?
00:21:13: usw.
00:21:14: Also ganz bewusst den Tag mit einer Innenschrauma zu Beginn.
00:21:20: Es ist so ein bisschen, als würden wir in einen Fass mit Wasser reingucken und wenn es fast ganz unruhig ist dann erkennen wir uns nicht.
00:21:29: Also tiefe Atemzöge und Schrauen.
00:21:31: Und dann den Tag beginnen.
00:21:33: Zweitens mit ganz persönlichen Kraftort zu suchen, also eine stille Bank vielleicht im Wald am Ufer eines Flusses ein Ort an dem man ja den Motor sprichwörtlich einmal komplett abstellen kann und wir wieder zu uns in unserem heilsamen natürlichen Rhythmus finden können zurückkehren können.
00:21:55: Und das Dritte einfach das digitale Rauschen zu reduzieren.
00:22:00: Das geht nicht ohne und das ist auch wir, auch wir haben E-Mails und wir beantworten E-mails, wir haben Telefon in der Praxis – das ist ja völlig klar!
00:22:08: Und das wollen wir auch so.
00:22:10: Das ist ja vollkommen in Ordnung aber es muss irgendwann eine Grenze haben und das bedeutet sich jeden Tag einen Moment auch zu nehmen, der nur uns gehört.
00:22:19: also Handy, Tablet aus Zeiten belegen und da gibt's ein tollen Trick dass man ab einer gewissen Uhrzeit das Smartphone ... schwarz-weiß stellen kann.
00:22:31: Und es wird völlig uninteressant, also ich habe es selbst auch ausprobiert und praktiziert... ...also auch zum Teil ist es völlig uninteressant.
00:22:38: Ja?
00:22:38: Und letzten Endes geht's auch darum unseren Kindern auch da ein Vorbild zu sein.
00:22:44: Also wenn wir verlangen das die Kinder ihren Smartphone Konsum ein bisschen zu reduzieren und sozialem Netzwerk dann müssen wir denen das auch vorleben.
00:22:53: Also und auch hier in der Praxis immer auch ein bisschen Vorbild sein.
00:23:00: Ich habe jetzt schon ein bisschen was über sie erfahren.
00:23:04: Ich gehe davon aus, dass Sie Ihren Kraftort auf jeden Fall schon gefunden haben.
00:23:08: Dass Sie jeden Morgen in den Müllbach steigen um Ihre Füße zu kühlen und zu
00:23:12: spülen.
00:23:12: Nicht im Müllbacher, aber tatsächlich hab ich so eine Spülmütte.
00:23:19: Die ist mit kaltem Wasser, die steht draußen auf dem Balkon.
00:23:22: Bei Wind und Wetter wird es besonders interessant wenn das leicht zufriert.
00:23:27: Der erste Schritt ist tatsächlich da rein?
00:23:30: Morgens.
00:23:31: Und also wenn man extrem kalter Füße hat, dann sollte man es vielleicht nicht machen.
00:23:37: Dann fängt mein erst mit warm an und geht dann ins Kalte rein und dann steige ich da rein, dann mache ich den Storschengang sozusagen eine Minute und dann spüre ich diese Zirkulation.
00:23:50: Aber jetzt habe ich sie unterbrochen.
00:23:52: Nein,
00:23:53: weswegen ich das so sage ist... Sie machen bestimmt schon ganz viel von den Tipps die sie auch geben aber bitte sagen sie mir doch dass auch sie mal aus dem Takt geraten.
00:24:05: Aber hundert Prozent!
00:24:06: Passiert Ihnen das?
00:24:07: Absolut,
00:24:08: absolut.
00:24:09: Ich bin zwar Therapeut aber vor allem bin hier ein allererster Linie auch Mensch.
00:24:14: und es gibt also Zeiten Tage in der Praxis, natürlich lang sind und die Fallgeschichten auch mal intensives.
00:24:23: Wir haben sie im Vorfeld auch darüber unterhalten was nehmen wir auch ab und zu mal mit nach Hause und wir versuchen empathisch und mitführend den Menschen zu sein.
00:24:33: aber es gibt auch Situationen wo wir das nicht einfach so abschütteln können und dann drückt er Alltag auch und dann spür ich ganz genau wie mein Rhythmus auch ins Wanken gerät.
00:24:47: Das erkenne ich natürlich und ich kenne auch die Werkzeuge dafür.
00:24:51: Und dann ist mein absoluter Resettknopf die Natur, also vor ein paar Wochen als das Buch fertig war, ich wirklich an dem Sonntag nichts zu tun hatte und immer noch Sympathikoton wie ein aufgerückt geregtes Huhn durch die Wohnung getigert bin habe ich gesagt stopp so nicht!
00:25:12: Dann hab' ich gesagt zu meiner Frau und Kind in die Natur, gehen den Wald rein und haben mich dann auch wieder geerdet.
00:25:21: Und habe dann gespürt dass das ganze vegetative Nervensystem auch ein bisschen durch die Landauer und das ist einfach die Natur.
00:25:31: Alternativ schnappe ich mir abends so auf die Fliegenroute, geh mal fliegenfischen zum Beispiel oder nehmt mir die Hunde, geht spazieren Oder aber, was ich auch mache, regelmäßige Auszeiten.
00:25:43: Ich versuche das zumindest als ein zweimal im Jahr zu machen.
00:25:47: Das Buch beginnt mit Marienstadt Mit dem Kloster in Hartenburg Und dort kehre ich dann auch zurück Hab da einen ganz anderen Rhythmus Muss mich mal nicht um meinen Alltag kümmern Zumindest mal für zwei drei Tage.
00:26:03: Das ist auch schwierig, sich aus der Familie für eine längere Zeit auszuklingen.
00:26:09: Aber das sind dann mal so zwei drei Tage die einfach wieder die Kraft tanken lassen.
00:26:15: also ich gehe da durch einen Heilpflanzengarten.
00:26:17: gucken wir die Pflanzen in den verschiedenen Jahreszeiten an und beobachte und genießt es einfach mal Mensch sein zu dürfen.
00:26:28: Wie schön, das könnte eigentlich schon ein Schlusswort sein.
00:26:31: Aber ich habe noch eine Abschlussfrage für Sie.
00:26:35: Sie hatten eben im Verlauf des Gespräches ja erzählt, dass das Buch auch für Ihre Tochter entstanden ist.
00:26:42: Wenn Ihre Tocher das in zwanzig Jahren und dreißig Jahren hoffentlich nochmal in die Hand nimmt und nur einen einzigen Gedanken daraus mitnimmt?
00:26:51: Welche sollte das sein für sie?
00:26:54: Also ich glaube es gibt einen Kernsatz meiner gesamten Philosophie Und das ist, dass der Körper und die Seele das in die treuesten verbündeten.
00:27:04: Also wir sollten halt nicht gegen den Körper arbeiten sondern genau auf seine Signale aber auch auf die seelischen Signale hören.
00:27:10: und niemals vergessen also jetzt an die Tochtergerichte, dass du selbst der Souverän deines Lebens bist.
00:27:19: Niemand im Außen weiß besser was gut für dich ist und ich glaube, dass wir voller Selbstvertrauen auch unsere eigenen Wege gehen dürfen.
00:27:28: Wir dürfen Fehler machen, wir dürfen stolpern und wir stehen wieder auf und wir machen
00:27:32: weiter.".
00:27:33: Und letzten Endes dann in unserem eigenen Rhythmus und in unserer eigene Natur das Leben zu leben.
00:27:45: Jetzt haben Sie doch nochmal die Entschlusserzonen eben übertroffen!
00:27:49: Herr Mucher vielen, vielen herzlichen Dank.
00:27:51: Ich finde aus diesem Gespräch kann man vor allem genau diesen Gedanken auch mitnehmen den sie gerade beschrieben haben und vor allen Dingen das Gefühl dass unser Körper eben nicht einfach so nebenher funktioniert sondern dass er auf das reagiert was wir erleben wie wir mit ihm umgehen und dass es sich definitiv lohnt da auch genauer hin zu hören.
00:28:13: Herzlichen dank für ihre Zeit
00:28:15: Danke für Ihren.
00:28:16: Sehr gerne, sehr, sehr gerne!
00:28:18: Ja und in diesem Sinne liebe Zuhörerinnen und Zuhörer wünschen wir Ihnen einen ganz fantastischen rhythmischen Sonntag wo auch immer Sie ihn genießen wollen und freuen uns sehr wenn sie beim nächsten Mal wieder mit dabei sind dann von der Lesung mit Katharina von Der Garten im Nassau Radieschen von unten bis dahin.
00:28:38: bleiben Sie gesund und machen Sie es gut.