HÖRlokal - Unterhaltung aus dem Nassauer Land

HÖRlokal - Unterhaltung aus dem Nassauer Land

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00:00:02: Hier ist ihr buntes Hörlokal, da hören sie ganz und gar lokal.

00:00:10: Ihr Platz im schönen Hör-Hör-Lokal.

00:00:17: Herzlich willkommen zum Podcast Hör Lokal Unterhaltung aus dem Nassauer Land!

00:00:23: Dem Menschen als Ganzes betrachten.

00:00:25: darum geht es Jön Mucher aus Nassau der darüber jetzt ein Buch geschrieben hat.

00:00:30: Der Rhythmus des Lebens.

00:00:32: Und genau darüber wollen wir heute im ersten Teil des Interviews sprechen.

00:00:36: Viel Spaß!

00:01:07: Genau darum geht es meinem heutigen Gast, Jörn Mucher ist Heilpraktiker und Osteopath.

00:01:13: Und Autor des ganz neuen Buches Rhythmus des Lebens.

00:01:17: Er beschäftigt sich damit wie ein Körper-Nervensystem Psyche und unser ganzer persönlicher Lebensrhythmus miteinander verbunden sind und warum es sich lohnen kann genauer hinzuhören wenn der Körper sich meldet.

00:01:28: Ich freue mich sehr auf dieses Gespräch und sage erst mal herzlich willkommen im Hörlokal Jörhn Mucher.

00:01:33: Vielen Dank Herzlich willkommen.

00:01:37: Schön, dass Sie da sind!

00:01:38: Ich habe es gerade schon gesagt Ihr Buch heißt der Rhythmus des Lebens.

00:01:42: Was genau ist denn

00:01:43: eigentlich?

00:01:44: dieser Rhythmus des Lebens.

00:01:45: Können Sie das ein bisschen erklären?

00:01:46: Das ist eine sehr spannende Frage, also wir Menschen neigen dazu uns so ein bisschen losgelöst von der Natur zu betrachten.

00:01:54: Doch in Wirklichkeit sind wir unweigerlich in einen großen, ich nenne es immer kosmischen Atem eingebunden, dass ist das Spiel von Epo und Flut.

00:02:03: Kosmischer Atem!

00:02:04: Der Wechsel von Tag und Nacht die Abfolge der Jahreszeiten.

00:02:08: Auch unser eigener Körper ist durch und durch ein rhythmisches Wesen.

00:02:12: Wenn wir unser Herz betrachten, unser Herz schlägt in Wellen, unser Atem fließt auch in einem bestimmten Zyklus, in einen bestimmten Rhythmus schneller wenn wir aufgeregt sind oder das Herz schrägtschneller... Unser Atem geht schneller wenn er aufgereckt sind Und unsere Zellen erneuern sich in zyklischer Form.

00:02:32: Und einer Frau muss sich das eigentlich nicht erklären, sie kennt den Menstruationszyklus.

00:02:37: und erst dann wenn Störungen in diesem Menstruation Zyklus entstehen, dann entsteht auch Unwohlsein und wir fühlen uns schlicht und ergreifen nicht mehr in unserem gewohnten Rhythmus.

00:02:50: Wenn wir diese Rhythmen anerkennen, wenn wir im natürlichen Rhythmes leben In der Bewegung, im Einklang mit diesem Rhythmuss Dann bleiben wir in der Regel auch gesund.

00:03:04: Also dann ist es für uns wesentlich einfacher, Gesundheit zu erhalten und unser Leben gleich dabei wenn man das in einer Metapher erklären will einem feinen Instrument Die Seiten sind Ernährung Bewegungen die Heilpflanzen Kraft aber erst durch den natürlichen Rhythmus unserer Seele Bildet dass den hölzernen Korpus der alles trägt und letzten Endes die Musik im Takt auch zum klingen bringt.

00:03:29: Das war ein großes Bild von Ihnen wunderbar erklärt.

00:03:35: Woran merke ich denn jetzt konkret, dass ich meinen eigenen Rhythmus verloren habe oder ihn vielleicht noch nie gefunden habe?

00:03:41: Ich weiß es nicht immer.

00:03:42: erst dann wenn der Körper sich meldet.

00:03:45: Nicht nur, aber wir spüren immer dann wenn das Leben sich nicht mehr wie ein fließender Rhythmus anfühlt sondern wie ein hartes Stakato.

00:03:53: Wir haben irgendwann uns dem Takt der Maschinengesellschaft unterworfen in der wir nur noch von Terminen zu Termin rennen und funktionieren müssen.

00:04:03: Und dieses Stakatum macht uns auf Dauer mürber.

00:04:06: es zeigt sich in chronischer Erschöpfung einem Gefühl der Getriebenheit inner Flachen Atmung.

00:04:12: Und eine Atmungen oder beziehungsweise die Lungen sind Entgiftungsorgane, das heißt wir atmen CO-Zwei Kohlendioxid ab Säuren, die im Körper entstehen, die werden über die AtmUNG abgeatmet.

00:04:24: Das heißt wir haben dann auch noch ne schlechte Entgifterung, die dazu kommt.

00:04:27: Ja.

00:04:28: Das zeigt sich in Schlafstörungen und muskulären Verspannung und die Menschen sind irgendwann einfach nicht mehr... in der Statik, sie fühlen sich innerlich und äußerlich schief weil die Melodie ihres Lebens schief klingt.

00:04:48: Also eine Verstimmung des eigenen Instrumentes.

00:04:51: wenn man jetzt bei diesem

00:04:52: Beispiel

00:04:53: bleibt und so dass sich die Melodie unseres Lebens auch schief anhört

00:04:58: Ich kann mir vorstellen das bei ihnen in der Praxis dann oft schieve Töne erstmal zu hören sind.

00:05:04: Sie arbeiten ja täglich mit Menschen und ihren Beschwerden.

00:05:09: Was hat sie denn dazu gebracht, aus ihren Erfahrungen ein Buch zu machen?

00:05:14: Digger Wälzer geworden.

00:05:15: Ja, ist kein dünnes Büchlein!

00:05:18: Das ist eine spannende Geschichte, wie ich das so sagen darf... Ich erlebe jeden Tag in Nassau und meiner Praxis wunderbare Menschen die aber völlig erschöpft und aus dem Takt geraten sind Und ich habe immer wieder erlebt dass es auf Dauer einfach nicht reicht nur die lauten Symptome zum Schweigen zu bringen.

00:05:36: Wir müssen ganz oft an der Wurzel ran.

00:05:39: Das heißt, dass dieses tiefe ordnende Wissen der klassischen Naturheikunde und der Salutogenese – also das was uns gesund hält.

00:05:46: Die Kunst des Gesundheits, wenn man das macht...

00:05:48: Heißt Salutogenesis?

00:05:49: Ja!

00:05:50: Also das was ums Gesund hält die Pathogenesis ist das, was uns krank sozusagen macht.

00:05:57: Und das wollte ich für die Menschen greifbarer Alltagstrauglicher machen Und da war mir ganz wichtig, dass das kein kühler belehrender Ratgeber ist.

00:06:07: Von oben herab aus dem Elfenbeinturm als Medizinjournalist geschrieben sondern außer Praxis für die Menschen und als empathischer Begleiter der jeden Tag Mut macht.

00:06:20: Und bestimmte Erkenntnisse sind immer wieder auch in der Praxis erzählt worden.

00:06:26: Bestimmte Themen wiederholen sich und es gab vor circa drei Jahren, gab's einen Auslöser der mich dazu bewogen hat, auch das Buch zu schreiben.

00:06:37: Ich hatte einen Brief von der Firma Soluna bekommen.

00:06:40: die hat pflanzliche Tinturen hergestellt in einer hohen Qualität und er hat mich sehr gefreut dass ich diesen Brief bekommen hatte und macht ihn auf und las, dass man nach hundertzwanzig Jahren aufgeben musste weil die Behördlichen Aufforderung, die Rezidifizierung und auch die Studiennachweise so hoch angesetzt worden sind dass die Firma nach hundertzwanzig Jahren aufgeben musste.

00:07:04: Und so ist die Naturheilkunde immer wieder Ziel von von Angriffen zum Teil Es lässt sich halt auch in.

00:07:13: also Pflanzen sind nicht patentierbar das größte Problem unserer Zeit.

00:07:17: Das heißt wenn wir einen Präparat haben dann muss eine Studie, wenn sie als neigkundlich wirksam ist, muss gemacht werden und die kostet zwischen ein und drei Millionen

00:07:31: Euro.

00:07:32: Dann kann natürlich ein Nachahmer das Produkt eins zu eins nachstellen weil Pflanzen nicht patentierbar sind und so lohnt sich das für die Firmen nicht so potente Mittel auf den Markt zu bringen, die es ja schon über einen langen Zeitraum auch gibt.

00:07:50: Eine Mischung aus Wut, eine Mischungen aus Trauer auch ein Stück weit.

00:07:55: Habe ich mir überlegt was hinterlassen wir eigentlich unseren Kindern?

00:07:59: Es ist ja unsere Tradition Die Pflanzenheikunde ist eine Tradition die die Menschen seit Jahrtausenden verwenden und benutzen.

00:08:08: wenn dieses wissen verloren geht Dann hat das unmittelbare Auswirkungen auf unsere Kinder und auf unserer Enkel später.

00:08:15: Und dann war mein Gedanke was hinterlasse Ich persönlich unserer Tochter?

00:08:20: Und so ist es auch ein Ratgeber, vor allem halt für sie geworden.

00:08:24: Dann ist das gewachsen innerhalb der drei Jahre und letzten Endes dann auch ein dicks Büchstein

00:08:31: geworden.".

00:08:33: Ja Sie beschreiben das wie eine Art Lebenskompass für Ihre Tochter Sophia.

00:08:39: Was möchten Sie damit denn unbedingt fürs Leben mitgeben?

00:08:43: Gibt es da für Sie so eine Kernbotschaft?

00:08:46: im Grunde genommen für alle Menschen.

00:08:48: Das würde ich nicht nur auf unsere Tochter beschränken, sondern wir leben in der Welt die uns permanent und ständig von außen diktiert was wir tun kaufen oder optimieren müssen um gesund und glücklich zu sein.

00:09:04: Und ich möchte Sophia und allen Lesern ein ganz tiefes unerschütterliches Urvertrauen in sich selbst mitgeben.

00:09:13: Sophia und auch die Menschen da draußen sollen wissen, dass sie die Autorität über ihren eigenen Körper und auch über ihre Seele haben.

00:09:23: Sie ist und bleibt der Souverän oder ja der Soveren ihres Lebens und niemand sonst.

00:09:30: Und schauen wir uns da draußen um.

00:09:33: es geht Der Weg weg von der Natürlichkeit hin zu einer Einem Schönheitswahn, einem Konzept namens Longivity.

00:09:42: Wer geht's um Langlebigkeit?

00:09:44: Aber das impliziert dass man sich permanent jeden Tag immer wieder optimieren muss.

00:09:49: und wenn man das nicht macht dann gerät man schon unter Stress wenn man es nicht macht.

00:09:53: und so sind ganz viele Institutionen aufgebaut.

00:09:57: aber das was wir brauchen ist eine Rückkehr zu dem Gefühl und vor allem auch zu der Möglichkeit in Ruhe und mit Würde und gesund Altern zu dürfen.

00:10:13: Sie haben den Körper eben als Souverän bezeichnet, das vielleicht auch als unseren ja verbündeten, unseren treuesten Verbündeten denen wir so haben, unseren Tempel würde man vielleicht auch sagen können.

00:10:25: Warum behandeln wir ihnen trotzdem so häufig wie ein Gegner?

00:10:30: Ja, ich glaube das liegt daran dass wir darauf getrimmt sind immer reibungslos zu funktionieren.

00:10:35: Also egal wo für den Job?

00:10:36: Für die Familie?

00:10:37: Für den Alltag und wenn der Körper dann durch Schmerzen plokaten oder Erschöpfung stopp sagt Dann ist es für uns ein Störfaktor.

00:10:46: ja also er sabotiert scheinbar unsere Pläne Und wir bekämpfen das Symptom um schnell wieder funktionieren zu können.

00:10:53: aber Dabei ist diese Symptome eigentlich eine schützende Botschaft unseres treuesten Verbündeten, wie Sie es genannt haben.

00:11:01: Der uns warn will, dass wir uns gerade übernehmen.

00:11:05: Also schauen wir auf ein Kind was fiebert.

00:11:09: dann wird empfohlen das Fieber zu senken.

00:11:12: dabei ist Fiebe ein vollkommen natürlicher Zustand.

00:11:16: im Gegenteil Es ist eine Möglichkeit.

00:11:20: die Körper eigene Temperatur wird erhöht um erreger effektiver bekämpfen zu können.

00:11:26: Das heißt, wir bremsen unseren eigenen Körper und sabotieren ihn ja noch aus indem wir ich sage mal zumindest bis so einem gewissen Grad das Fieber hätten laufen lassen können wenn es Fiebers neun dreißig grad übersteigt dann kann man auch Wartenwickel zum Beispiel natürlicherweise mal probieren.

00:11:46: Wenn es über vierzig ist, ist das behandlungsbedürftig.

00:11:49: da brauchen wir nicht drüber zu reden und da reden wir über den Notfall oder wir reden über besondere Situationen aber nicht wo das Kind mal fiebert weil es gerade eine Infektion oder einen entzündeten Zahn oder der Zahn kommt sowas in Richtung durchmacht.

00:12:02: ja und wir versuchen jedes Symptom was kommt uns davon abhält bestimmte Aufgaben bestimmte Dinge zu übernehmen.

00:12:13: Auszumerzen, auszuschalten.

00:12:15: Kopfschmerzen Schmerztablette Fieber, Fiebersaft Entzündung Kroatison.

00:12:20: Aber so funktioniert der Körper leider nicht.

00:12:23: Ja und wenn dann eben nur kurzfristig, Sie haben es ja auch so beschrieben?

00:12:25: Es ist eigentlich ein lautes Signal aber das was da drunter liegt kann ja etwas ganz anderes sein, etwas viel tieferes auf dass man hören muss.

00:12:36: Das heißt sie sagen wir haben eigentlich schon ein Stück weit verlernt die Signale unseres Körpers wahrzunehmen.

00:12:42: Absolut!

00:12:45: Warum hören viele Menschen denn erst hin wenn der Körper richtig laut wird?

00:12:51: Ich glaube, dass wir verland haben durch diese Reizüberflutung und das digitale Rauschen.

00:12:55: Dass unser Körper ganz sanft mit uns flüstert.

00:12:59: Das heißt, wir hören es einfach nicht

00:13:00: mehr?

00:13:00: Wir überhören es!

00:13:02: D. h., die leisen Signale.

00:13:03: Man kurzes Ziehen, man ein bisschen Müdigkeit, gewisse Erschöpfungen vielleicht, das überhörten wir, sondern dann wird Kaffee getrunken, dann wird sich aufge- putzt, dann wird sich gezwungen.

00:13:16: Der Körper wird gezwung und gepeitscht regelrecht zu funktionieren.

00:13:21: aber weil wir das Flüstern ignorieren ist der Körper irgendwann gezwunken zu schreien um sich gehört zu verschaffen um zu helfen dass nicht noch schlimmeres passiert.

00:13:32: und das passiert dann in der Form von massiven Schmerzattacken im Burnout.

00:13:36: Das ist der Endzustand also wirklich die komplette Erschöpfung eines hormonellen und vegetativen Systems.

00:13:45: Da muss ganz viel im Vorfeld schon passiert sein.

00:13:47: oder halt ernsthaften Erkrankungen, wenn wir uns jetzt hier in der Praxis zum Beispiel osteopathisch mal eine Fehlstatik anschauen oder anders, Wir haben einen Entzustand einer Gelenksadrose so geht dem vielleicht ne Fehlhaltung davor oder eine schlechte Ernährung, oder eine einseitige Bewegung.

00:14:13: Also der Körper zeigt uns eigentlich den Weg und wir müssen wieder lernen einfach hinzuhören um die freien Signale zu

00:14:20: finden.

00:14:20: Und Sie sind definitiv ein guter Zuhörer würde ich behaupten das müssen sie ja täglich in Ihrer Praxis tun.

00:14:27: wenn jetzt jemand zu Ihnen kommt und sagt Ich bin ständig müde ich bin verspannend ich bin irgendwie nicht richtig fit ausgebrannt vielleicht Worauf schauen Sie dann außer auf die eigentlichen Symptome?

00:14:38: Also wie, wie schauen sie... Ich meine, Sie können ja nicht so richtig reingucken in den Körper.

00:14:42: Nein, das nicht!

00:14:43: Aber Sie können trotzdem draufschauen.

00:14:45: Ja ich glaube dass es ganz wichtig ist den gesamten Menschen zu betrachten in seiner kompletten Vielfalt.

00:14:50: um bei dem bei der Metapher der Musik zu bleiben auf das gesamte Instrument.

00:14:56: also schwingen noch alle Seitenmitte.

00:14:59: die antiken alten antiken Ärzte die hatten dafür einen wunderbaren Begriff Diaita.

00:15:05: Heute denken wir dabei fälschlicherweise an Kalorienzählen und Verzicht, also an Jät.

00:15:11: Das ergibt sich aus diesem Wort.

00:15:13: aber diaita meint zumindest in dem damaligen Kontext eine umfassende Lebensordnung als sämtliches Seiten des Lebens von der Ernährung, von der Bewegung, von der Lebensbalance.

00:15:29: Ich würde es neu übersetzen, früher hat man gesagt Lebensordnung.

00:15:32: das klingt sehr autoritär aber im Grunde genommen ist damit die Lebens Balance gemeint also dass was uns anspannt auch wieder auszugleichen ein Stück weit.

00:15:43: Und dann schaue ich mir natürlich die innere, äußere Aufrichtung an.

00:15:47: Die typgerechte, artgerechte Ernährung und vor allem wie der Mensch im Alltag mit seinen geistigen und körperlichen Ressourcen haushaltet.

00:15:56: also es geht um ganzheitlich mehrdimensionalen Ansatz und dabei ist mir immer ganz wichtig dass das nicht überstülpen noch mal von dem Elfenbeinturm bei diesem Bild zu bleiben heraus entsteht, sondern dass wir das im Einklang und der Bereitschaft des Patienten machen.

00:16:14: Dass er das Verständnis hat was wo er Möglichkeiten hat seine Gesundheit positiv zu begleiten.

00:16:21: es geht ja nicht nur um Krankheit Es geht hier auch darum für die Zukunft oder generell die Gesundheit zu erhalten.

00:16:29: Wo ist denn für Sie sofern es diegeblich geht davon aus?

00:16:33: Die Grenze eines ganzheitlichen Ansatzes.

00:16:36: Also wann sagen auch Sie, das muss jetzt schulmedizinisch abgeklärt werden?

00:16:42: Tatsächlich gibt es definitiv diese Grenze und die ist auch ganz wichtig.

00:16:47: Das ist in jedem Beruf so, dass wir wissen was wir können aber wo unsere Grenzen liegen.

00:16:55: Dabei ist mir persönlich noch mal zu sagen, dass es keine Feindschaft zwischen der Naturheilkunde und der Schulmedizin gibt.

00:17:02: Beide... Herangehensweisen haben Stärken und Schwächen.

00:17:07: Und idealerweise ergänzen die sich auch, ja?

00:17:10: Also wenn jemand mit einem Knochenbruch einer akuten schweren Infektion Meningitis zum Beispiel oder massiven strukturellen Gewebenschäden zu mir kommt dann ist die Schulmedizin lebensrettend und absolut notwendig.

00:17:23: und da gibt es auch von meiner Seite aus gibt's nur diesen einen Weg.

00:17:28: also die Grenze der reinen Naturheilkunde ist der Akut- und Notfall.

00:17:34: Jetzt müssen wir auch immer wieder entscheiden.

00:17:37: Also zunächst mal geht es natürlich um die Prävention, es geht um die Salotogenese, die ich erklärt habe als als Möglichkeit wie wir gesund bleiben.

00:17:45: das ist auch Teil der Beratung.

00:17:47: selbstverständlich prävention ist glaube ich eine Domäne der Natur heikunde was wir tun können um gesund zu bleiben.

00:17:55: Es geht aber auch vorwiegend um die Unterscheidung zwischen funktionellen und strukturellen Erkrankungen.

00:18:01: Also jetzt ein bisschen technisch hört sich das an.

00:18:05: Eine funktionelle Erkrankung ist eine Erkrankung, die eben noch nicht mit Gewebeschäden stark einhergeht sondern die zum Beispiel durch ein vertretes Becken passiert, durch ne Fehlstaatik passiert hier in der Praxis zu lösen sind oder durch naturheilkundliche Dinge anzuregen sind, wieder in die richtige Richtung zu gehen.

00:18:27: Ein struktureller Gewebeschaden ist wenn zum Beispiel eine chronische Entzündung dafür gesorgt hat dass der Knochen sich auflöst oder im schlimmsten Fall bösartige Missbildung maligende Erkrankungen.

00:18:41: und Da müssen wir ganz klar sagen, da ist einfach eine Grenze wo wir mit naturheilkundlichen Mitteln auch nicht weiterkommen.

00:18:51: Und manchmal ist es natürlich so dass die Funktion oder die Einschränkung der Funktion also über einen langen Zeitraum Hüfte eingeschränkt zum Beispiel irgendwann in ne starke Hüftgelängsadrose übergeht mit dem Adrose grad vier den wir auch dann irgendwann nicht mehr lösen können.

00:19:10: Aber diese ganzen chronischen Erkrankungen, vielleicht noch mal ein anderes Beispiel.

00:19:17: Kortison im Akutfall beispielsweise einen akuten Asthma-Anfall ist das Beste was passieren kann weil es Leben rettet.

00:19:27: aber kortison chronisch gegeben mit allen Nebenwirkungen die da sind eine relativ schlechte Idee.

00:19:33: ja und Deswegen ist mir das auch wichtig, dass wir hier in Nassau und auch in der Umgebung mit seltenen Heilberufen zusammenarbeiten.

00:19:46: Dass wir nicht isoliert arbeiten, sondern dass wir Dinge auch abklären.

00:19:51: Dass die Stärken der einzelnen Heilberufe nicht nur wahrnehmen, sondern auch in Anspruch nehmen.

00:19:57: Denn um mal bei einem Bild zu bleiben ... in einem großen Raum.

00:20:02: Und das, was wir sehen ist unsere Realität aber es ist eine der Realitäten.

00:20:06: Es ist ein kleiner begrenzter Raum oder ein kleiner begrenzter Bereich den wir in diesem Raum wahrnehmen.

00:20:12: wenn wir von mehreren Seiten drauf schauen und mehrere Experten am Tisch sitzen interdisziplinär zusammenarbeiten, dann sehen wir viel mehr.

00:20:22: Dann haben wir vielleicht einen MRT was zeigt das eben keine bösartige Erkrankung da ist sondern dass sie sich beschränkt auf eine funktionelle erkrankung so dass wir auch ganz beruhigt arbeiten können.

00:20:33: also das ist mir ganz wichtig.

00:20:35: ja das ist ja wenn wir bei ihrem bild mit den seiten und dem musiker bleiben oder den instrumenten dass man gerne auch mal auf das ganze orchester

00:20:45: Unbedingt.

00:20:46: Und das ist doch toll, wenn wir diese Gemeinschaft auch ein Stück weit leben und es gibt hier rund um Nasshaus, kann ich so sagen, arbeiten wir mit den Ärzten, mit den Hausärzen, mit dem Physiotherapeuten, Ergotherapäuten – und wer auch immer das sonst noch ist, hervorragend zusammen.

00:21:05: Sie schreiben in ihrem Buch, dass unser Körper natürlichen Rhythmien folgt.

00:21:10: Sie haben zum Beispiel den Menstruationszyklus angesprochen, aber eben auch Rhythmen wie Licht und Dunkelheit, wie Schlafen und Wachsein.

00:21:19: Und unser moderner Alltag lässt das ja oft verschwimmen.

00:21:22: Der lässt es immer weniger zu diesem Rhythmus zufolgen.

00:21:26: Welche Rolle spielen denn Schlaf und unsere innere Uhr für unsere Gesundheit?

00:21:32: Also Schlaf ist generell die Rhythmen, aber auch wenn wir jetzt Schlaf betrachten.

00:21:37: Das spielt eine überragende gigantische Rolle Wie alles in der Schöpfung schwingen auf ihren Zyklen das hatten wir schon angesprochen und unseren zum Beispiel vegetatives Nervensystem.

00:21:49: das braucht auch genau diesen Wechsel.

00:21:51: erst wenn wir abends zur Ruhe kommen und der Parasympathikus also dass der ruhe nerv sozusagen das ist der Teil des vegetativen Nerven Systems der Ruhe und Verdauungen bringt übernimmt, dann beginnt der Körper mit seinen essentiellen Reparaturarbeiten.

00:22:05: Vor allem im Schlaf und Zellen erneuern sich Gewebe halt das Gehirn räumt auf.

00:22:11: Da wissen wir erst seit etwas mehr als einer Dekade dass im Gehirnen ein sogenanntes Lymphsystem existiert.

00:22:23: Dass das aber nur im schlaf diese Kanäle sich weiten und die Entgiftung beziehungsweise die Ausleitung von Fremdstoffen aus dem Gehirn dann stattfinden.

00:22:34: Und wer permanent gegen diese innere Uhr, den Rhythmus von Licht- und Dunkelheit lebt, der beraubt sich seiner wichtigsten Heilquelle.

00:22:44: um auf das hormonelle System zurückzukommen natürlich spielt ein Melatonin überragende Rolle.

00:22:51: Und sobald wir blaues Licht, also der Teil des Lichtes, der diesen hohen Blauanteil hat aufnehmen.

00:22:58: Das hat etwas mit Rezeptorzellen in den Augen zu tun dann wird die Melatoninproduktion abends gebremst.

00:23:06: und wenn wir uns frühere Zeiten wo es noch kein Fernseher Tablet Smartphones gab das Lagerfeuer angeguckt haben das sind gelb orange Rot-Töne, die entstehen.

00:23:19: Und das sind auch genau die Lichtanteile, die wir abends aufnehmen sollten und eben dieses blaue Licht nicht, weil ansonsten dass Melatonin nur unzureichend produziert wird.

00:23:31: Und Melatonine ist ein Hormon was schlafend macht, was unterstützt zu schlafen oder durchzuschlafen, einzuschlagen.

00:23:40: Es ist aber auch ein Hromon, was die Körper eigene... ...oder was das entdecken von von entarteten Zellen unterstützt.

00:23:51: Das heißt, wir haben da eine überragende Rolle auch in der Entdeckung von bösartigen Zellen

00:23:59: z.B.,

00:24:00: die in jedem Menschen da sind aber in der Regel

00:24:04: nicht entarten

00:24:04: oder nicht

00:24:05: entaten.

00:24:07: Da gibt es ein interessantes Beispiel aus Dänemark was ich auch geschrieben habe in dem Buch.

00:24:13: Es geht um Brustkrebspatientinnen die Schichtarbeit geleistet haben und unter bestimmten Umständen das als Berufserkrankung anerkannt bekommen.

00:24:24: Also Dänemark des Nachbarlandes durchaus damit noch viel weiter.

00:24:29: Das heißt für uns, die jetzt nicht in Schicht Arbeit unbedingt arbeiten öfter meine Kerze zu Hause anziehen?

00:24:35: Statt den Fernseher?

00:24:37: Ja, da kann man aber auch viele andere Sachen machen.

00:24:39: Man kann zum Beispiel das Handy, Smartphone und Tablet z.B.

00:24:45: den Blaulichtfilter ansetzen,

00:24:48: d.h.,

00:24:48: dass die Gelbtöne entstehen noch besser auf bestimmte Zeiten.

00:24:53: Und diese permanenten Erreichbarkeit einfach mal runterfahren.

00:25:01: Gar nicht mal so einfach, ob schon Jan Mucher uns heute im ersten Teil des Interviews einige Impulse dazu gegeben hat.

00:25:08: Vielen Dank für diesen ersten Teil und ich darf Sie liebe Zuhörerinnen und Zuhörer ganz herzlich auch zum zweiten Teil des interviews einladen kommenden Sonntag mit der Frage nach was ist eigentlich Resilienz?

00:25:23: Warum sind Faszien in unserem Körper viel wichtiger, noch viel wichtiger als wir denken?

00:25:28: Wie können wir wirklich mehr auf uns hören?

00:25:31: und vor allen Dingen lebt Jörn Mocher auch nach dem natürlichen Rhythmus des Lebens.

00:25:37: Das hören wir kommenden Sonntag.

00:25:39: bis dahin freue ich mich dass sie diesmal mit dabei waren wünsche ihnen eine ganz wunderbare Woche und sage bleiben Sie gesund und machen Sie es gut!

Über diesen Podcast

HÖRlokal soll mehr sein als ein Podcast. Es soll Erinnerungen beleben, zum Lachen bringen, mit Musik beflügeln, Heimatgefühl schenken. Und ja, vielleicht auch die Menschen wieder etwas näher zueinander bringen. Dort, wo in den letzten Monaten Distanz entstand, dort wo die Entfernung zu weit und die Einsamkeit zu groß geworden ist. Wir wollen das Nassauer Land mit seinen wunderbaren Menschen nicht nur erlebbar, sondern auch hörbar machen.

Ideengeberin des Projektes „HÖRlokal“ ist Andrea Mathy, Projektleiterin ist Jennifer Ingmann. Träger unseres Projektes ist der Sozialkompass Nassau e.V.. Dank der großartigen Unterstützung der G. u. I. Leifheit Stiftung ist unser Projekt für eine einjährige Pilotphase gesichert.

von und mit Jennifer Ingmann und Andrea Mathy

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