HÖRlokal - Unterhaltung aus dem Nassauer Land

HÖRlokal - Unterhaltung aus dem Nassauer Land

Transkript

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00:00:02: Hier ist ihr buntes Hörlokal, da hören sie ganz und gar lokal.

00:00:10: Ihr Platz im schönen Hörhör-Hörlokaal!

00:00:17: Herzlich willkommen zum Podcast Hörlokal Unterhaltung aus dem Nassauer Land.

00:00:23: Diesmal mit Teil drei von den Sagen und Märchen aus dem blauen Ländchen diesmal vom Rhein.

00:00:30: viel Spaß es sind ja oft die kleinen Regionen, in denen die größten Geschichten verborgen liegen.

00:00:58: und damit herzlich willkommen zu dieser Folge des Hörmahls.

00:01:00: Liebe Zuhörerinnen und Zuhörer!

00:01:03: Ja, das Blauländchen ist so ein Ort.

00:01:06: Hier erzählt man sich seit vielen Jahren Jahrhunderten, würde ich beinahe sagen, Märchen und Sagen von Menschen die Besonderes erlebt haben – von Orten, die mehr sind als sie auf den ersten Blick erscheinen mögen und von Dingen, die man sich vielleicht nicht so ganz erklären kann aber irgendwie trotzdem spürt.

00:01:26: Und ich lese Ihnen heute einige dieser Geschichten vor diesmal vom Rhein!

00:01:32: Viel Spaß!

00:01:56: Die Lorelei Wer kennt nicht das Lied von der Lorelei, die oben auf dem Felsen sitzt?

00:02:02: Ihr goldenes Haar kämmt und so betörend sinkt Dass ein Fischer im Rhein versinkt weil er nur noch auf sie Und nicht auf die Wellen achtet.

00:02:12: So wie ihm soll es unzähligen Schiffern gegangen sein Aber ich weiß noch von einer ganz anderen Geschichte.

00:02:22: Sie stieg oft von ihrem Felsen herab, wenn die jungen Männer ihre Netze auswarfen und zeigte ihnen ertragreiche Fischgründe.

00:02:29: Befolgten sie ihren Rat?

00:02:31: So wurden sie stets mit reichem Fang belohnt!

00:02:34: Die Fischer waren der Lorelei dankbar und verbreiteten die Kunde von ihrer Schönheit- und Hilfsbereitschaft – wo immer sie hinkamen und wer von ihr hörte, erzählte sie weiter.

00:02:45: So gelangte die Nachricht von der schönen Jungfrau auch ins Hoflager des Pfalsgrafen Und als dessen Sohn sie vernahm, erfasste ihn eine tiefe Sehnsucht nach dem unbekannten Mädchen.

00:02:58: Er schlief keine Nacht mehr und verstieg sich schließlich in die Vorstellung nur der Anblick der geliebten Lorelay könne ihm seinen Seelenfrieden wiedergeben.

00:03:07: In seinen Tagträumen sah er sich bereits mit der Schönen an seiner Seite ins Hoflage einziehen von allen bewundert und beneidet.

00:03:16: Eines Tages nutzte er die ebeneröffnete Saison, um sich von seinem Vater für einen Jagdzug nach Wesel zu verabschieden.

00:03:24: Er ließ sich in einem kleinen Boot den Rhein hinab rudern und kam am späten Nachmittag bei den Fischern an.

00:03:30: Wartet bis zum Sonnenuntergang rieten sie dem jungen Grafen – dann kommt sie für gewöhnlich auf den Felsen.

00:03:37: Dieser wies die Schiffe an sein Boot auf die Mitte des Stroms hinauszurudern, um dort anzuhalten, denn er wollte die Ankunft der Lorelei auf keinen Fall verpassen!

00:03:47: Es dauerte auch nicht lange, da warf die Sonne tiefrote Strahlen über den Himmel und auf dem hohen Felsen erschien die Lorelei.

00:03:55: Setzte sich an den Rand und begann ihr langes Haar zu kämmen.

00:03:59: Es glänzte im Schein der letzten Sonnenstrahlen wie Gold.

00:04:03: Der junge Pfals Graf starte gebannt auf die Märchenhafte Erscheinung – und als die Schöne nun auch noch mit klarer Stimme ein wehmütiges Lied zu singen begann , war es um ihn geschehen!

00:04:14: Er befahl den Ruder an, das Ufer anzusteuern und beugte sich weit über den Bootsrand weil er die Landung kaum erwarten konnte.

00:04:23: Wenige Meter vom Ufer entfernt vermochte er nicht mehr an sich halten und setzte zum Sprung auf die Uferböschung an.

00:04:30: doch er hatte sich in der Entfernung verschätzt und landete mit einem Aufschrei im Rhein dessen Fluten ihn mit sich rissen ohne dass jemand ihm helfen könnte.

00:04:41: Schon bald erfuhr der alte Pfalzgraf vom Schicksal seines Sohnes.

00:04:44: Schmerz über den Verlust und Wut auf die Lorelei zerrissen seine Seele, und ertrommelte seine besten Kämpfer zusammen.

00:04:52: Er greift die Hexe und schafft sie herbei.

00:04:54: ob tot oder lebendig ist mir egal, befahl er dem

00:04:58: Hauptmann.".

00:04:59: Dann gestattet, dass wir sie gleich eurem Sohn in die Fluten des Rheins stürzen auf das Sie ertrinkt.

00:05:04: Gab dieser zu Bedenken denn wenn sie wirklich eine Hexe ist wird sie sich mit Leichtigkeit aus dem Kerker befreien.

00:05:11: Der Pfalsgraf erteilte die Erlaubnis und der Hauptmann machte sich mit einem kleinen Trupp auf den Weg zur Lorelei.

00:05:18: Gegen Abend ließ er den Felsen umstellen Und kletterte mit wenigen tapferen Kämpfern hinauf.

00:05:24: Sie hielt eine Kette aus Bernsteinen in der Hand und die leuchteten wie flüssiger Honig in der Abendsonne.

00:05:37: Als die zählische Frau, die Männer mit ihrer schweren Kampfausrüstung erblickte unterbrach sie ihr Lid und fragte, wen sucht Ihr wackerin Streiter?

00:05:47: Dich suchen wir du teuflische Hexe entgegnete der Hauptmann und tat entschlossen einen Schritt auf sie zu.

00:05:54: In den Fluten des Reins sollst du einen Elenden totsterben, auf das deiner Stimme klang keinem unschuldigen Menschen mehr die Sinne raubt.

00:06:02: Da lachte die Lorelei, schüttelte ihre blonde Mähne, warf die Bernsteinkette über den Felsrand in den Rhein und sang in einer geheimnisvollen Melodie, Vater herbei geschwind, Schick deinem lieben Kind.

00:06:15: die weiße Rosse will reiten auf Wellen und

00:06:18: Wind.".

00:06:20: Die Kämpfer des Pfahlskrafen erstarten, denn kaum hatte die Lorelay-Elit beendet, fauchte ein Sturm über die Felskuppe wie sie noch keinen je erlebt hatten.

00:06:30: Die Wasser des Rheins wurden aufgepeitscht der Flussschwoll an, die Jungfrau aber stand am Abgrund und blickte lachend auf das Tosen.

00:06:39: Plötzlich rauschten zwei Wellengebirge mit weißen Gischtkämmen bis zur Felsenspitze heran, erfassten die Loreley und trugen sie in die Tiefe hinab.

00:06:49: Da erkannte der Hauptmann, dass die schöne Frau eine Nixse gewesen, der mit menschlicher Gewalt nicht beizukommen war.

00:06:57: Mit dieser Nachricht kehrten sie in das Lager des Pfalzkrafen zurück und staunten nicht schlecht als ihnen dort der junge Graf entgegenkam, der seinen Sturz in den Rhein überlebt hatte, weil ihn eine Welle ein Stück weiter stromabwärts ans Land gespült hatte.

00:07:12: Die Lorelay aber blieb seit jenem Tag verschwunden.

00:07:16: Man erzählt sich wohl, dass sie den Felsen der nach ihr benannt wurde noch bewohnt.

00:07:21: Doch lässt sie sich nicht mehr blicken und auch ihre Stimme erfreut die Vorüberfahrende nicht mehr.

00:07:53: Liebesleid auf Burg Laneck.

00:07:57: Auf der Laneck lebte einst eine schöne junge Adelige, die mit einem Juncker aus Montabauer verlobt war.

00:08:03: Die Verlobten liebten einander sehr Und jede Woche kam der Preutigam seine Braut besuchen.

00:08:09: Er ritt dann den weiten Weg von Montabau über Ems durch das Lantal.

00:08:13: Von oben schaute das Burg Fräulein sehnsüchtig nach ihm aus, sah zu wie er sein Pferd durch die Fluten der Lantrieb und schließlich aus ihrem Blickfeld verschwand weil er das Tier den steilen Burgweg empor lenkte.

00:08:25: Oben angekommen sprang er vom Pferde umarmte und küste seine Verlobte und sie verbrachten dann kostbare Stunden der Vorfreude auf die gemeinsame Zeit nach der Hochzeit miteinander.

00:08:36: Im Frühjahr gingen heftige Regenfälle nieder und die Lantrat über die Ufer.

00:08:40: Ihre gelben, schlammigen Fluten überschwemmten die Uferwiesen.

00:08:44: Der Fluss brodelte und das Wasserschoss in Strudeln dem Rhein zu.

00:08:48: Da kam der Juncker wieder von Montabauer geritten.

00:08:51: Das Burgfreuland sah ihn vom Bergfried auskommen Und Schluck entsetzt die Hände vor's Gesicht Als es bemerkte dass er den gewohnten Weg durch die Furt nehmen wollte.

00:09:00: Nicht!

00:09:01: schreide junge Frau und winkt abwehrend nach unten.

00:09:04: Nimm den anderen Weg, das Wasser ist zu gefährlich heute.

00:09:08: Doch die Lahn rauschte so heftig an dem Reiter vorbei, dass ihr Tosen die Worte der Geliebten verschluckte und der Juncker ahnungslos in den Fluten ritt.

00:09:17: Mit zugeschnürter Kehle verfolgte die Braut wie ihr Breutegarm die Mitte des Flusses erreichte.

00:09:22: Plötzlich strauchelte das Pferd – seine Beine wurden von einem Strudel weggerissen.

00:09:27: es versuchte zu schwimmen und seinen Reiter durchs Wasser zu tragen… aber vergeben's!

00:09:32: Mann und Pferde wurden fortgeschwemmt, versanken und ertranken jämmerlich.

00:09:37: Das alles musste die junge Frau mit ansehen.

00:09:40: Sie brach in verzweifeltes Schluchzen aus, rief ihre Leute zusammen und ließ nach dem Breutigam suchen.

00:09:47: Aber man fand weder Ross noch Reiter – das Burg-Freulein verfiel darauf in tiefe Depressionen, aus der es sich nicht wieder erholte.

00:09:55: Schließlich starb es!

00:09:57: Noch lange Zeit danach erschien der Geist der unglücklichen instürmischen Nächten auf den Burgfried und in weitem Umkreis war ihre Klage um den Geliebten zu vernehmen….

00:10:12: wirklich schöne Geschichten an zwei denkwürdigen und sehr, sehr bekannten Orten.

00:10:20: Schön dass Sie auch heute wieder mit dabei waren – liebe Zuhörerinnen und Zuhöre!

00:10:25: Und ich freue mich sehr wenn sie das nächste Woche sind.

00:10:29: Dann steht nämlich die Zeitumstellung an und wir wollen uns damit beschäftigen was die eigentlich mit uns macht und warum uns eine Stunde so fürchterlich aus dem Takt bringen kann.

00:10:41: In diesem Sinne.

00:10:42: Bleiben Sie gesund und machen sie es gut!

Über diesen Podcast

HÖRlokal soll mehr sein als ein Podcast. Es soll Erinnerungen beleben, zum Lachen bringen, mit Musik beflügeln, Heimatgefühl schenken. Und ja, vielleicht auch die Menschen wieder etwas näher zueinander bringen. Dort, wo in den letzten Monaten Distanz entstand, dort wo die Entfernung zu weit und die Einsamkeit zu groß geworden ist. Wir wollen das Nassauer Land mit seinen wunderbaren Menschen nicht nur erlebbar, sondern auch hörbar machen.

Ideengeberin des Projektes „HÖRlokal“ ist Andrea Mathy, Projektleiterin ist Jennifer Ingmann. Träger unseres Projektes ist der Sozialkompass Nassau e.V.. Dank der großartigen Unterstützung der G. u. I. Leifheit Stiftung ist unser Projekt für eine einjährige Pilotphase gesichert.

von und mit Jennifer Ingmann und Andrea Mathy

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