HÖRlokal - Unterhaltung aus dem Nassauer Land

HÖRlokal - Unterhaltung aus dem Nassauer Land

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00:00:02: Hier ist

00:00:02: ihr buntes Hörlokal, da

00:00:06: hören sie ganz und gar lokal.

00:00:10: Ihr Platz im schönen Hör-Hör-Lokal.

00:00:27: Ein Gespräch mit Pflegefachkraft Vanessa Jacob über Nähe und Grenzen, über Angst, Trost.

00:00:40: Und darüber was am Ende wirklich zählt.

00:00:43: Viel Spaß!

00:00:52: Willkommen zu dieser Folge des Hörmahls.

00:00:54: liebe Zuhörerinnen und Zuhöerer.

00:00:56: heute sprechen wir über ein Thema das viele bewegt den Umgang mit dem Lebensende würde und Menschlichkeit im Sterben.

00:01:04: Dafür habe ich eine besondere Gesprächspartnerin eingeladen, Vanessa Jakob, Pflegefachkraft im Hospiz Rhein-Lan in Nassau.

00:01:11: Die jeden Tag Menschen auf ihrem letzten Weg begleitet mit Empathie, Professionalität und tiefem Respekt vor dem Leben.

00:01:19: Heute sprechen wir darüber was es bedeutet Sterbende zu begleiten welche Herausforderungen und berührenden Momente dieser Beruf mit sich bringt und wie Vanessa mit dieser Hospizarbeit umgeht.

00:01:31: In diesem Sinne erst mal herzlich willkommen.

00:01:32: Schön, dass du da bist!

00:01:34: Danke schön.

00:01:36: Wenn Du an Deiner Anfänge als Gesundheits- und Krankenpflegerin zurückdenkst was hat Dich denn damals überhaupt an diesen Beruf so angezogen?

00:01:44: Dass Du da eingestehen bist?

00:01:46: Ja also ich glaube das die meisten Menschen die in der Pflege tätig sind zu allererst sagen werden Ich helfe gerne Menschen.

00:01:56: Also das trifft hundertprozent auch auf meine Person zu.

00:02:00: Ich habe keine Scheu auf Menschen zuzugehen, Menschen anzufassen oder angefasst zu werden.

00:02:07: Das sind auch wichtige Aspekte in der Pflege, einfach auch keine Hemd ist zu haben.

00:02:15: Empathie, Offenheit gegenüber jedem Menschen spielt da eine wesentliche Rolle und den Spaß bei der Arbeit.

00:02:24: Gab es einen Moment, in dem du gespürt hast, dass du in die Palliativmedizin wechseln möchtest?

00:02:30: Ich finde schon, es ist ein großer Schritt sich dafür zu entscheiden.

00:02:34: Wenn du als Gesundheits- und Krankenpflegerin arbeitest, ist es darauf ausgerichtet Menschen möglichst auch wieder gesunden zu lassen bei der Heilung zu begleiten?

00:02:42: Und das ist bei der Palliativmedizin ja durchaus ein anderer Weg den man einschlägt.

00:02:48: Das hatte ich in meiner Ausbildung bereits, also den direkten Kontakt zu sterbenden Menschen und deren Angehörigen.

00:03:01: gut liegt, auch Gespräche zu führen zum Thema Trauer, Sterben, dem Tod.

00:03:11: Und ich glaube, dass mein Weg da schon geibnet

00:03:15: war.".

00:03:17: Das heißt du hast erst im Krankenhaus gearbeitet ganz normal auf Station und bis dann irgendwann auf eine Palliativstation gewechselt?

00:03:27: Wie kam der Schritt ins Hospiz?

00:03:31: was ja auch nochmal fast eine Steigerung irgendwie ist, also sich das dann zu trauen in diesem Bereich zu wechseln.

00:03:38: Also ich habe nach der Ausbildung fünfzehn Jahre in einer Schmerzlinie gearbeitet und bin dann in die Palliativmedizin gewechselt und hab da schon für mich festgestellt dass Ich glaube, mein langfristiger Weg im hospizischen Bereich sein wird.

00:03:56: Und dann habe ich gehört, dass Nassau eröffnet und da war für mich relativ schnell klar, dass ich mich dort bewerben

00:04:03: werde.".

00:04:05: Hast du Erfahrungen aus der Vergangenheit die dich geprägt haben?

00:04:10: Ohne das du vielleicht damals schon wusstest?

00:04:13: Ja also kann mich daran erinnern.

00:04:16: vor circa siebzehn Jahren war das in etwas meine Oma verstorben.

00:04:19: Sie hatte große Glück in Anführungsstrichen zu Hause versterben zu dürfen im Beisein der Familie.

00:04:28: Wir haben uns abgewechselt, der Arzt und wir von der Familie aus.

00:04:32: Und es war so ein würdevolles Umfeld, in dem sie lag.

00:04:41: Es war so sanft und das war ruhig.

00:04:44: Ich habe das als unglaublich angenehm empfunden Sie in Ihren letzten ... Atemzügen zu begleiten.

00:04:54: Eigentlich ist es ja oft genau andersrum, dass viele Menschen wenn's um Abschied geht oder um Sterben geht eher eine Vermeidungshaltung entwickeln.

00:05:03: was

00:05:04: hatte ich denn daran neugierig gemacht anstatt ängstlich?

00:05:09: Also ich habe in meinem privaten Umfeld bis jetzt nur wenn ich das so sagen kann positive Erfahrungen gemacht mit dem Thema Tod Also weniger traumatische.

00:05:20: Daher ist es mir nie schwergefallen, mich in diesem Bereich zu orientieren und in meiner Familie wird recht offen über das Thema Tod- und Sterben kommuniziert.

00:05:31: Das macht es leichter um auch Ängste zu verlieren.

00:05:35: Wie kann ich mir denn so ein so fernes Ding gibt?

00:05:38: Typischen Arbeitsalltag im Hospiz vorstellen?

00:05:41: Vielleicht kannst du uns einfach mal mitnehmen.

00:05:42: Du gehst zur Tür rein.

00:05:44: Was macht Vanessa Jakob dann meistens erst mal?

00:05:47: Und wie läuft der Tag weiter.

00:05:50: Wir nehmen jetzt die klassische Frühschicht, wir starten morgens um kurz vor sechs.

00:05:56: Dann gibt es ... Die Übergabe,

00:05:59: d.h.,

00:06:00: die Vorschicht macht der kommenden Schicht eine detaillierte Übergahbe über die medizinisch relevanten Dinge, die passiert sind in der Schicht über das Befinden der Gäste.

00:06:12: Also ist ein ... Regeraustausch der Stadt findet, der auch zwingend notwendig ist.

00:06:19: Dann geht es im Prinzip schon los, dass wir unseren ersten Rundgang machen.

00:06:23: Wir schauen in jedes Zimmer nach dem Befinden des Gastes.

00:06:29: Es ist so das sehr viele morgens noch schlafen und wir individuell pflegen und bedürftnisorientiert.

00:06:36: Das heißt, wir wecken keinen!

00:06:39: Ja, also jeder darf bei uns so lange schlafen wie er das möchte und wir bestimmen nicht den Tagesablauf.

00:06:48: Das macht hundert Prozent der Gast selbst.

00:06:52: Und auch da haben wir keine festgefahrenen Strukturen in Krankenhäusern.

00:06:57: Da kennt man vielleicht die klassische Waschstraße.

00:07:00: Da muss morgens bis um sieben Uhr jeder Patient gewaschen sein von Kopf bis Fuß, bis die Arztvisite kommt.

00:07:07: Das ist bei uns gar nicht der Fall.

00:07:10: Wir pflegen und versorgen sehr individuell.

00:07:14: Der Gast gibt vor zu welcher Zeit wie ihn versorgnet oder ob wir ihn überhaupt versorgan.

00:07:18: Es gibt auch durchaus Tage an denen der Gast sagt ich möchte heute nicht gewaschnen werden Ich möchte heute keine Tabletten nehmen zum Beispiel, ich möchte keinen Besuch.

00:07:31: Und das gilt es dann auch zu

00:07:33: akzeptieren.".

00:07:37: Und so gestaltet sich der gesamte Tag.

00:07:39: oder gibt es schon bestimmte Punkte die immer gleich sind in eurem Ablauf?

00:07:46: Das kann ich so nicht sagen.

00:07:47: Es ist schon jeder Tag und jede Schicht anders.

00:07:54: Es gibt natürlich feste Strukturen in Form von Essenszeiten zum Beispiel.

00:08:00: Aber auch da sagen wir, es muss jetzt nicht Punkt um zwölf oder das Mittagessen auf dem Tisch stehen.

00:08:05: Wenn der Gast sagt ich hab noch keinen Hunger dann ist es durchaus möglich dass er seine mittags Mahlzeit erst um sechzehn Uhr einnimmt oder auch mitten in der Nacht.

00:08:15: Okay?

00:08:16: Ja!

00:08:16: Oder dass wir auch mitte in der nachts sagen ja dann gibt's halt eben nochmal einen Kriesbrei oder eine Hühnersuppe oder was auch immer der Gast möchte.

00:08:25: Und ich glaube, das Essen wird auch relativ individuell so zubereitet wie der Gast es sich wünscht.

00:08:32: Ist das richtig?

00:08:33: Ja also wir haben ja unsere vier Hauswirtschaftskräfte die unsere Gäste täglich mit warmem Essen versorgen und es gibt einen Speiseplan.

00:08:44: aber auch von dem ist abzuweichen.

00:08:46: wenn der Gast sagt Ich möchte unbedingt mal Spaghetti Carbonara haben dann ist das durchaus etwas was man planen kann

00:08:56: Und der Tag endet dann auch wieder mit der Übergabe und dem Feierabend.

00:09:01: Genau!

00:09:04: Wenn du sagen müsstest prozentual, wie viel Zeit verbringst du mit pflegerischen Dingen?

00:09:09: Wie viele Zeit mit der psychosozialen Begleitung?

00:09:12: könntest du das so ein bisschen in Zahlen fassen?

00:09:16: Das ist schwierig aber vielleicht vom Gefühl her...

00:09:20: Also ich würde da gar nicht so sehr differenzieren.

00:09:22: tatsächlich, weil der psychosoziale Aspekt natürlich auch während den Pflegetätigkeiten zum Tragen kommt.

00:09:29: Das heißt wir sind ja in sehr engen Kontakt zum Gast und wenn wir am Bett stehen und den Gast versorgen dann kommen unweigerlich auch Gespräche auf.

00:09:42: häufig bestimmt der Gast das selbst oder wir geben eine Richtung vor Weil uns Dinge auffallen, die es vielleicht auch anzusprechen gilt.

00:09:52: Und dann folgen die Gespräche automatisch.

00:09:56: Was könnte das zum Beispiel sein?

00:09:58: Also was könnte euch auffahlen, was ihr dann auch in ein Gespräch einfließen lasst?

00:10:04: Da geht's häufig um Gemützustände.

00:10:06: wenn wir feststellen den Gast ist auf einmal sehr introvertiert, sehr in sich gekehrt, sehr trauriger Stimmung dass wir das ansprechen und sagen Kann ich Ihnen helfen?

00:10:18: Was gibt es irgendetwas, was Sie belastet, worüber sie reden wollen.

00:10:22: Und ja in den meisten Fällen ist das auch so, dass die Gäste des Gesprächsangebots auch gerne annehmen nicht jeder.

00:10:31: So ist es ja auch immer im Leben.

00:10:33: Nicht jeder möchte immer über alles sprechen aber hier sehe ich da schon einen Bedarf und den versuchen wir zu decken.

00:10:42: Gibt es etwas, was du über dich selbst gelernt hast seit du mit Menschen in existenziellen Situationen arbeitest?

00:10:49: Ja auf jeden Fall zu sehen wie wichtig ist Zeit mit seinen Liebsten zu verbringen und ich auch mit der zeit ein stärkeres Bewusstsein entwickelt habe für die Endlichkeit des Lebens.

00:11:04: Wie merkst du das im Alltag?

00:11:06: also ist das so ein bewusstes sich immer wieder dahin zurückholen, für was man vielleicht dankbar im Leben sein kann.

00:11:14: Geht dir das dann ganz oft so nach der Arbeit auch?

00:11:17: Also ich frage mich wie gehst du aus so einem Tag im Hospiz raus?

00:11:22: Welche Gedanken begleiten dich bis du zu Hause ankommst oder dich vielleicht schlafen legst?

00:11:28: Tatsächlich kommen diese Gedanken auch schon während der Arbeit auf gerade wenn ich intensive Gespräche mit den Gästen führe.

00:11:38: Da merke ich einfach, wie unglaublich dankbar ich sein kann für das was ich habe.

00:11:42: Für die Gesundheit, die ich habe glücklicherweise und den Menschen um mich herum.

00:11:49: Wenn du sagst intensive Gespräche?

00:11:51: Was können das für Themen sein, die ihr besprecht?

00:11:55: ohne jetzt irgendwie ins Detail gehen zu wollen aber was sind das für Themen, die aufkommen in dieser Lebensphase?

00:12:02: Also gerade nochmal auf das existenzielle einzugehen?

00:12:07: Das ist eigentlich so die Hauptsache.

00:12:09: Es geht darum, wie war ich in meinem Leben?

00:12:12: Was liegt vielleicht noch an?

00:12:16: Was ist noch auf der Agenda?

00:12:17: Was gibt es noch zu tun?

00:12:19: Habe ich vielleicht auch noch Dinge zu klären?

00:12:22: Das sind Gedanken, die die Gäste häufig umtreiben.

00:12:26: Gespräche, die noch stattfinden.

00:12:28: Auch teilweise bürokratische Dinge, die einfach noch geklärt werden müssen.

00:12:32: Viele unserer Gästen kommen zu uns und sind ... Ich sag mal nicht gut vorbereitet auf das, was passieren wird und haben sich ihr eigenes Büro eingerichtet.

00:12:43: Und die Gespräche sind häufig sehr intensiv weil es auch nur um das Thema Tod und Sterben geht und viele auch Ängste haben.

00:12:52: Was erwartet mich?

00:12:53: Wird mir geholfen wenn sich die Symptome verschlimmern?

00:12:58: An wen kann ich mich wenden?

00:12:59: Seid ihr immer verfügbar?

00:13:01: ist ein Arzt zugegen.

00:13:02: Also viele, viele Themen die die Gäste beschäftigen am Ende ihres Lebens.

00:13:07: Ist da direkt zu Beginn denn schon eine große Offenheit bei den Gästen?

00:13:11: oder müsst ihr euch dieses Vertrauen über diese Dinge auch sprechen zu können erst erarbeiten

00:13:19: unbedingt.

00:13:20: Gästekommen in unterschiedlichen Gemütszuständen zu uns.

00:13:25: das gibt die einen die schon sehr lange mit ihrer Krankheit leben und sich bewusst für unsere Einrichtung entschieden haben.

00:13:34: Diese sind dann natürlich auch etwas offener dem Thema Hospiz- und Sterben gegenüber, und es gibt aber auch andere Gäste die vielleicht erst auch jüngst ihre Diagnose bekommen haben und noch in der Phase des Akzeptierens stehen oder das nicht akzeptierend.

00:13:52: Und da liegt es natürlich auch an uns ... das aufzufangen und Ängste zu nehmen.

00:13:59: Wenn du jetzt deine Zeit auf der Palliativstation oder auch deine Zeit in einer normalen Station im Krankenhaus vergleichst mit der Arbeit im Hospiz, dass überhaupt Zeit bleibt solche Gespräche zu führen?

00:14:15: Wäre das vor zehn Jahren denkbar gewesen?

00:14:18: Nein.

00:14:20: Auf keinen Fall!

00:14:22: Man kann es nicht vergleichen.

00:14:23: Man kann nicht die Hospizarbeit mit der Arbeit im Krankenhaus vergleiche.

00:14:29: Im Krankenhaus hat man immer Zeitdruck, man hatte immer die Türklinker in der Hand und ist wieder auf dem Sprung.

00:14:37: Und das sehe ich in meiner jetzigen Arbeit im Hospiz nicht.

00:14:42: Wir nehmen uns bewusst die Zeit für die Gäste und auch die Angehörigen.

00:14:46: Was würdest du sagen?

00:14:48: Hauptaufgaben, also das was dir vielleicht auch am wichtigsten ist in deinem Job.

00:14:54: Was du da täglich tust über die Versorgung der Gäste hinaus?

00:15:01: Natürlich als Pflegekraft ist es die pflegerische Versorgungen aber die steht für mich nicht an oberster Stelle.

00:15:07: Also mir selbst ist der psychosoziale Aspekt sehr sehr wichtig also dass jeder sich gesehen fühlt gehört fühlt dass wir wertfrei im Umgang miteinander sind, also das heißt jeder kommt zu uns so wie er ist und wird auch genauso akzeptiert und toleriert.

00:15:32: Dass wir dem Gast stets das Gefühl geben immer da zu sein eine feste Größe in den schweren Tagen seines Lebens

00:15:42: Wenn du jetzt mal zurückdenkst an den Bau des Hospices und dann später auch an die Eröffnung, das wurde ja wahnsinnig viel diskutiert.

00:15:52: Konnte man auch überall lesen.

00:15:54: Du mit deinem Background wie hast du diese Zeit persönlich erlebt?

00:16:01: Also tatsächlich muss ich dazu sagen dass es mich nie abgehalten hat davon diesen Schritt zu gehen Und mein Freundeskreis sich ja auch teils in Nassau.

00:16:13: Ich habe sehr vieles mitbekommen.

00:16:15: Es waren viele Kritiker dabei, es waren Befürworter dabei und ich bin auch in Diskussionen getreten mit Bekannten.

00:16:24: Ja, ich kann es bis heute nicht ganz nachvollziehen, warum man eine Einrichtung wie unserer so kritisch gegenübersteht oder stand.

00:16:35: Was glaubst du, waren die Hauptgründe dafür?

00:16:38: Unwissenheit, Angst ...

00:16:42: Angst vielleicht auch sich mit der eigenen Endlichkeit und Sterblichkeit zu beschäftigen, wenn man sie so direkt vor der Türe sieht?

00:16:50: Ja sicherlich.

00:16:52: Das Thema Tod ist nach wie vor tabuisiert.

00:16:55: also das merken wir schon aus sehr deutlich.

00:16:57: viele auch Angehörige die zu uns kommen und sehr skeptisch dem Haus gegenüber stehen oder auch uns als Personal gegenüber.

00:17:09: Also das merkt man schon sehr deutlich, wie selten auch darüber gesprochen wird oder auch in den Familien drüber gesprochen wird.

00:17:18: Das haben wir immer wieder, dass Gäste zu uns kommen und die Angehörigen sagen, wir wollen überhaupt nicht über das Thema sprechen.

00:17:26: Wir wollen nichts hören über den Tod des Sterben, dem Sterbeprozess.

00:17:32: Und das macht es für uns auch schwierig zeitweise.

00:17:37: die Leute dann auch aufzufangen und Aufklärungsarbeit zu betreiben.

00:17:42: Das ist ein großer Teil unserer Arbeit.

00:17:47: Ihr müsst das dann ja auch respektieren, wenn jemand nicht darüber sprechen möchte?

00:17:52: Wie ist denn euer eigenes Umgang

00:17:54: damit?

00:17:56: Es liegt eigentlich in eurer Natur, dass dann auch anzusprechen, die Person dabei zu begleiten.

00:18:01: kann man das überhaupt, wenn man nicht drüber sprechen darf?

00:18:04: Ja also da wir sagen es steht alles unter dem dem Stern des Bedürfnisorientierungen und der individuellen Versorgung ist das natürlich auch ein Punkt, den wir akzeptieren müssen.

00:18:18: Und lassen die Gäste auch selbst auf uns zukommen?

00:18:22: Irgendwann kommt unweigerlich der Zeitpunkt wo man das Gespräch auch sucht mit uns.

00:18:29: Die Erfahrung zeigt dass es dann in der Regel nicht dabei bleibt bei dieser Einstellung sondern dass irgendwann eine Öffnung kommt von Seiten der Gäst oder der Angehörigen.

00:18:38: Okay.

00:18:40: Was wünschst du dir, dass Menschen verstehen, die das Hospiz nur ausschlagzeilen können?

00:18:44: Du hast eben Aufklärungsarbeit schon gesagt, den Begriff.

00:18:47: Genau.

00:18:48: Was muss man verstehen?

00:18:49: Was sollten Menschen verstehen ,die noch nicht in einem Hospiz waren zu Besuch waren sich mit der Hospiz Arbeit noch nicht beschäftigt haben?

00:18:59: Also es ist wichtig... Wie du sagst, so verstehen welche Einrichtung wir sind und worum es in unserer Arbeit geht.

00:19:05: Sich zu informieren oder auch vorbeizukommen und somit vielleicht eine Scheu- oder Ängste ablegen zu können.

00:19:11: Wünschen würde ich mir auch das persönliche Hinterfragen im Punkt Du was wäre wenn beispielsweise Ich selbst an einer Krankheit erkranke die unwergerlich zum Tode führt?

00:19:23: Oder Wenn es meine Liebsten trifft Was wäre dann?

00:19:28: Brauche ich vielleicht eine Einrichtung wie diese.

00:20:25: Ist

00:23:42: etwas an diesem Ort, an eurem Hospiz oder dass du nicht erklären kannst was man irgendwie auch erleben

00:23:50: muss?

00:23:52: Ja also schon eine besondere Atmosphäre in unserem Haus.

00:23:55: Es ist schon sehr wärmen liebevoll fürsorglich Und wenn ich an die Gäste und deren Zugehörige denke, die Worte, die sie verwenden um unser Haus zu beschreiben.

00:24:07: Dann kommt sehr häufig ein Hier fühlt man sich wohl verstanden und umsorgt Es wird viel gelacht hier wird gelebt Trotz des allgegenwärtigen Themas Tod und das Hospiz allen.

00:24:20: Ja es ist ein Wohlfühlort auch für mich.

00:24:23: Das wäre jetzt direkt die Frage die sich für mich anschließt ob dass auch den Pflegekräften genau so geht, also wie ihr euer Teamwork beschreiben würdet.

00:24:33: Eure Arbeitsatmosphäre im Hospiz?

00:24:35: überträgt sich das auf euch?

00:24:38: Ja, auf alle Fälle!

00:24:40: Also wir haben ein sehr, sehr gutes Miteinander im Team unter allen Professionen.

00:24:45: Das ist sehr herzlich und immer spürbar.

00:24:49: Jetzt hast du gerade gesagt unter allen Professionen gibt es im Hospiz, die ihr da alle abdeckt?

00:24:56: Ja also wir haben ich bin ja Teil des Pflegeteams.

00:24:59: Dann haben wir unsere Leitungsebene.

00:25:01: das ist einmal Frau Benz als Hospizleitung, Frau Wachter als Pflegedienstleitung.

00:25:07: dann haben wir zwei stellvertretende Pflegendienstleitungen Kerstin Vogt und die andere bin ich genau.

00:25:13: Dann ja haben wir neunzehn Pflegekräfte.

00:25:16: in dem Hospiz arbeiten vier Hauswirtschaftskräfte die jeden Tag frisches und leckeres Essen zubereiten.

00:25:26: Und viele Ehrenamtler sind mittlerweile dreißig an der Zahl?

00:25:30: Wir haben natürlich unsere Ärzte, Dr.

00:25:32: Schenking vorne weg und zwei Kollegen, die ihn vertreten.

00:25:37: Dann gibt es noch Frau Schenking.

00:25:40: Sie ist unsere Ehrenamtskoordinatorin und psychosoziale Begleitung

00:25:44: im Haus.

00:25:45: Ganz schön viel los!

00:25:46: Ja,

00:25:47: bei euch würde ich sagen.

00:25:48: Es

00:25:49: ist viel Leben drin in diesem Haus.

00:25:51: Du hast jetzt eben erzählt dass eigentlich diese psychosoziale Begleitung ein Hauptteil deiner Arbeit ist und du das auch wahnsinnig wichtig findest dafür Zeit zu haben.

00:26:04: Du lässt ja Menschen unweigerlich auch nah an dich ran.

00:26:09: Wo ziehst du auch bewusst Grenzen?

00:26:11: oder wie ziehst dann auch bewusst?

00:26:17: Ich glaube, dass hier ganz wichtig ist zu verstehen.

00:26:20: Dass jeder Gast den wir versorgen nicht Teil unseres privaten Lebens ist.

00:26:27: Das ist die Grenze.

00:26:29: Also ich werde oft gefragt wie kannst du das?

00:26:33: Wie gehst du damit um?

00:26:34: was macht es mit dir auch seelisch?

00:26:37: und ich glaube das ist der kleine feine Unterschied dass jeder dort liegt natürlich uns unweigerlich auch ans ans Herz wächst aber es ist eben nicht teil meines Umfeldes.

00:26:48: Jetzt gibt es bei euch aber sicherlich auch Gäste, die manchmal sehr kurze Zeit, manchmal aber auch viele Wochen oder sogar Monate bei euch sind.

00:26:56: Ich kann mir vorstellen, dass sich dann auch unweigerlich das Verhältnis zum Gast verändert vertieft.

00:27:02: Sind das dann oft auch Abschiede, die dir schwerer fallen?

00:27:07: Ja.

00:27:08: Das kann ich für meinen Teil auf jeden Fall bestätigen.

00:27:11: Es gab in der Vergangenheit ... schon einige Menschen, die mir sehr ans Herz gewachsen sind.

00:27:17: Wo eben auch der Abschied schwerer viel als bei anderen.

00:27:21: Eben weil man ja wird irgendwie doch auch Teil eines Familienkonstruktes irgendwo.

00:27:29: also die Menschen kommen zu uns sie sollen sich ja auch bei uns wohlfühlen.

00:27:35: und Ja die Gespräche, die wir führen die sind teilweise so so intensiv und gehen ans Eingemachte, schafft sehr viel Vertrauen.

00:27:49: Man geht in eine Kommunikation auf eine besondere Art und Weise und dann fällt es schon auch mit Unterschwer wenn der ein oder andere geht zu dem man auch ein gutes Vertrauensverhältnis hatte.

00:28:03: Was hilft dir denn nach schweren Begegnungen oder schweren Abschieben auch wieder bei dir anzukommen?

00:28:10: Und dann auch für dich Abschied zu nehmen und das loszulassen.

00:28:16: Also ich glaube, dass die Gespräche sehr wichtig sind, die ich zum einen natürlich im Kollegialen Kreis führe.

00:28:24: Wir haben auch Supervisionen im Haus, haben regelmäßige Teamsitzungen in denen wir natürlich auch besondere Fälle besprechen um einfach nochmal zu reflektieren wie war die Situation für uns oder diese Situation?

00:28:39: Und der Austausch ist da einfach ein ganz wichtiger.

00:28:41: Meine Familie, ich gehe gerne raus spazieren gehen den Kopf frei kriegen Musik hören Musik machen das sind so die Dinge im privaten Umfeld die mir gut tun.

00:28:51: Du hattest im Vorgespräch gesagt dass es für dich üblich ist nach dem Abschied nicht auf die Beisetzung zu gehen Dass du's aber doch einmal gemacht hast und dann für dich auch eine Entscheidung getroffen, das vielleicht magst du dazu was erzählen?

00:29:09: Genau.

00:29:10: Also ich finde es ganz wichtig dass jeder für sich eine Grenze zieht und diese Grenze war bis dato bei mir an der Hospiz Tür.

00:29:19: ja also wir begleiten die Gäste nach draußen und da endet für mich auch die Beziehung zu dem Gast.

00:29:30: Und ich habe tatsächlich erst kürzlich für mich einmal die Situation erlebt, dass ich gesagt habe, okay, ich entscheide mich jetzt bewusst dafür einer Beisetzung beizuwohnen.

00:29:41: Eben weil ich vorher wusste, dass es nicht diese klassische Beisitzung sein wird wo die Menschen alle schwarz tragen und sehr in ihrer Trauer gefangen sind.

00:29:51: das war angekündigt und der Wunsch des Gast ist, dass sie sehr bunt gestaltet wird, dass viel Musik läuft und deswegen hab' ich mich dazu entschlossen dort hinzugehen.

00:30:01: Es war eine Erfahrung, aber ich habe für mich festgestellt, dass ich es dabei belassen werde und nicht mehr auf Beisitzungen gehen möchte.

00:30:11: Weil es mir doch zu nahe geht und das Gefühl habe keine Grenze mitziehen zu

00:30:18: können.".

00:30:19: Das wäre jetzt die Frage gewesen.

00:30:20: also man verlängert dadurch quasi den Abschied und der wird irgendwie ja was wird?

00:30:25: es ist dann nicht abgeschlossen oder es geht da noch tiefer wahrscheinlich?

00:30:31: Emotionen kochen hoch, es folgen noch Gespräche mit den Angehörigen oder mit Freunden des Verstorbenen.

00:30:40: Und das ist ein Bereich in dem ich mich nicht sehe als Pflegekraft.

00:30:46: Weil es dieser familiäre Bereich außerhalb des Hospizes dann quasi ist?

00:30:52: Ja.

00:30:53: Ich glaube du nimmst ja sowieso als Hospizfachkraft viele Gedanken und Gefühle ... Mit raus aus deinem Arbeitsalltag ins Privatleben.

00:31:02: Was bedeutet für dich mit deiner Erfahrung, die du in den letzten Jahrzehnten, kann man ja sagen schon gesammelt hast ein gutes Leben jenseits von Leistungen und Funktionieren vom Job?

00:31:16: Ja Familie zusammenhalt Freunde darüber den Kopf zu haben In einem Land leben zu dürfen indem viele Möglichkeiten bestehen meiner selbst zu sein Aber allem voran Gesundheit.

00:31:32: Ist das etwas, was du vor zwanzig Jahren auch schon so klar gesehen hast?

00:31:35: Nein.

00:31:40: Also dieser Entwicklungsprozess wurde vermutlich durch deinen Beruf, deine Berufung beschleunigt.

00:31:47: Ja.

00:31:48: Ist es etwas, dass du deinem privaten Umfeld, diese Haltung die du hast dem das vorzuleben, das auch immer wieder deutlich zu machen.

00:32:00: Oder ist das so deine eigene kleine Weisheit, die du für dich behältst?

00:32:06: Ja.

00:32:06: Also sowohl als auch was es schon wichtig dass ich auch mit meiner Familie im besonderen darüber spreche gerade mit meinem Kind ihm auch klar mache was es wirklich wichtig in dem Leben dass es wichtig ist dass man miteinander spricht dass man Gefühle hat und die auch äußert dass man seinen Bedürfnissen freien lauf lässt dass man sagt was man sich wünscht, was einem gut gefällt und weniger gut.

00:32:35: Ich glaube Kommunikation ist da einfach ganz wichtig.

00:32:39: Das findet bei uns in der Familie schon sehr rege Stadt.

00:32:45: Glaubst du das Menschen am Ende ihres Lebens klarer sehen als mitten im Alltag?

00:32:51: Und hast du das Gefühl dass es auch dir durch deinen Job ein bisschen mehr so geht, dass du Dinge klarer sehn kannst bewusster

00:33:01: Also der erkrankte Mensch sicherlich.

00:33:04: Das glaube ich sehr wohl, dass der kranke Mensch etwas klarer sieht weil sich der Fokus verändert.

00:33:12: Der Fokus liegt ja schon sehr auf der Person selbst die bei uns liegt und deswegen glaube ich schon sehr wohl das man vieles vieles klarer seht die Zeit dazu hat, um sich Gedanken darüber zu machen.

00:33:32: Wie war mein Leben?

00:33:33: Wie ist mein Leben heute?

00:33:34: Hätte ich was anders machen sollen wollen?

00:33:38: Wie hätte sich mein Leben verändert, wenn nicht die Dinge anders gehandhabt hätten?

00:33:42: Ist das eine Frage, die häufig vorkommt, die ihr gemeinsam besprecht?

00:33:48: Welche Frage genau?

00:33:49: Also diese Frage nach dem hätt ich etwas anderes machen sollen in meinem Leben.

00:33:53: Ist das ein Thema, was viele Gäste ...

00:33:56: Beschäftigt?

00:33:57: Ja, schon durchaus.

00:33:59: Wobei es da eher darum geht.

00:34:01: hätte ich mein Lebensstil anders leben sollen.

00:34:05: Hätte ich mich gesünder ernähren sollen mehr Sport treiben sollen besser auf meinen Körper achten oder hören sollen um eben diese schwere Krankheit nicht zu bekommen?

00:34:17: das sind eher Fragen die die Gäste umtreiben.

00:34:20: Du kannst dir ja nicht beantworten nehme ich an.

00:34:24: Wie antwortest du in solchen Momenten, wie gehst du damit um das aufzufangen?

00:34:29: Solche großen Fragen.

00:34:32: Ja es ist einfach die Zeit glaube ich.

00:34:35: Die Zeit die wir uns nehmen am Bett.

00:34:38: Wir setzen uns häufig dazu Behörden zu sind mehr aktive Zuhörer weniger Ratgeber.

00:34:49: Also es ist jetzt eine große Frage, ich weiß.

00:34:51: Aber gibt es etwas das du von Sterbenden über das Leben gelernt hast?

00:34:57: Und du sagen würdest, dass habe ich für mich mitgenommen und das habe ich verinnerlicht für mein eigenes Leben?

00:35:04: Vieles um ehrlich zu sein vor allem aber die Gesundheit, die eigene Gesundheit zu schätzen Die Zeit im Leben sinnvoll zu nutzen.

00:35:14: Häufig kommt ein.

00:35:17: Machen sie doch einfach das so nach ihnen isst.

00:35:19: Seien sie mutig, trauen Sie sich Dinge zu machen, die sie sich sonst nie zugetraut hätten.

00:35:26: Weil das Leben endlich ist.

00:35:28: Das sagen dir die Gäste auch?

00:35:31: Ja.

00:35:33: Das ist der Austausch.

00:35:35: Das sind diese intensive Gespräche von denen ich eben gesprochen habe also nicht wir sind diejenigen Die oft zuhören sondern mit uns wird auch gesprochen und es werden auch Fragen gestellt über den Sinn des Lebens oder was ist uns wichtig.

00:35:53: Also der Erkrankte fragt den Gesunden, vermeintlich gesunden natürlich auch.

00:36:00: Und wenn du solche Ratschläge dann hörst wie kannst du die?

00:36:05: also gab es auch konkrete Dinge in deinem Privatleben wo du dann gesagt hast ja jetzt mach ich das tatsächlich irgendwie ein bisschen anders?

00:36:12: Jetzt entscheide ich vielleicht bewusster etwas weil sich vielleicht vor fünf Jahren niemals so entschieden hätte.

00:36:18: Ist da für dich Dinge?

00:36:20: Ich glaube Arztgänge.

00:36:22: Also

00:36:23: kaum einer geht gerne zum Arzt, würde ich jetzt einfach mal so in den Raum werfen.

00:36:30: Ja, das hat sich verändert.

00:36:31: Einfach zu sagen achte ein bisschen mehr auf dich, guck wenn du irgendwas hast schau genauer hin, geh regelmäßig zu den Vorsorgeuntersuchungen, achte etwas mehr auf Dich!

00:36:45: hat sich dein Verhältnis zur Angst dadurch auch verändert?

00:36:48: Also man könnte ja jetzt womöglich auf mein Ohje, jetzt entwickle ich vielleicht eine größere Angst selber zu erkranken.

00:36:55: Oder schafft es einfach ein größeres Bewusstsein?

00:36:57: wie würdest du das einschätzen?

00:36:59: oder ist es vielleicht auch das Gegenteil?

00:37:00: du bist entspannter geworden mit bestimmten Themen des Lebens.

00:37:07: also Ich kann sagen dass durch Einrichtungen wie unsere und dem Wissen, dass jedes Symptom was mit der Erkrankung einhergeht und das Leiden durch geschultes Personal minimiert wird.

00:37:19: Und das lässt auch meine Angst vor der Endlichkeit oder vor dem Tod oder eine zum Tode führen in Krankheit kleiner werden.

00:37:28: Dass du einfach selber weißt.

00:37:30: wenn irgendwann mal etwas mit mir ist wäre ich da gut aufgehoben?

00:37:33: Ja

00:37:34: ja und im Alltag generell.

00:37:38: Es ist so, dass sich das Thema Krankheit sterben, Tod auch im Privaten anders befasst.

00:37:46: Je mehr Angst vielleicht macht was deine Angehörigen betrifft es muss ja nicht unbedingt dich selbst dich selbst betreffen.

00:37:55: Ja also das habe ich schon durchaus.

00:37:58: die Angst vor dem eigenen Tod Die Angst vor schweren Erkrankungen meiner Liebsten Die ist allgegenwärtig, aber das war es schon immer.

00:38:12: Das hat sich nicht verändert seit der Arbeit.

00:38:14: Okay.

00:38:15: D.h.,

00:38:16: auch die schickst du regelmäßiger zum

00:38:17: Arzt?

00:38:18: Ja!

00:38:22: Gibt es denn anders herum auch etwas, dass Du bewusst leicht nimmst oder leichter nimmest, obwohl Du täglich mit ... Oder gerade deshalb weil Du mit so viel Schwere zu tun hast in Deinem Alltag, Dein beruflichen?

00:38:36: Also im privaten Umfeld bin ich schon eher ein ungeduldiger Mensch, was ich in meiner Arbeit aber sehr gut ablegen kann.

00:38:45: Also das ist etwas ... Was ich leicht nehme.

00:38:48: Wenn du deine jüngeren Version von dir vielleicht vor zwanzig Jahren

00:38:53: oder so

00:38:54: etwas mitgeben könntest?

00:38:56: Was wäre

00:38:56: das?

00:38:57: Vertraue auf dich!

00:38:59: Sei zuversichtlich!

00:39:00: Hab den Mut Neues zu erlernen...

00:39:03: Was du ja auch genauso getan hast.

00:39:05: eigentlich würde ich behaupten Was möchtest du denn, wenn Du jetzt wieder in der Gegenwart und der Zukunft ankommst?

00:39:12: Was möchest Du in Deiner Arbeit unbedingt bewahren, egal wie sich vielleicht auch Strukturen mal verändern.

00:39:21: Mein Interesse am Menschen die Empathie und vor allem die psychische Stabilität um im besten Falle bis zur Rente im Hospiz bleiben zu können.

00:39:31: Also das heißt für Dich wäre es schon so ein eigentlichen Traumjob den du hast, wenn du von dir selbst sagst, du möchtest gar nicht mehr in einen anderen Bereich wechseln.

00:39:42: Hundertprozent?

00:39:43: Wie schön!

00:39:44: Ja.

00:39:47: Wofür möchteste denn am Ende deiner beruflichen Laufbahn die noch ein bisschen Zeit hat gestanden haben, wenn Du das formulieren möchtesst was sollen Menschen vielleicht über dich sagen deren Weg Du begleiten konntest?

00:40:00: Im Prinzip, dass jeder Mensch der Hilfe benötigt diese immer gewährt bekommen zu

00:40:06: haben.

00:40:06: Jeden würde voll und mit vollstem Respekt seiner Person gegenüber in den Tod begleitet zu haben Und eine konstante und verlässliche Größe für Gäste Angehörige oder auch Kollegen gewesen zu sein.

00:40:22: Wenn ich dich jetzt nochmal ganz persönlich fragen darf Was gibt dir Hoffnung?

00:40:31: Auch über den beruflichen Kontext hinaus

00:40:34: Beziehungen zu den Menschen.

00:40:37: Es gibt viele kleine und auch große Dinge, die mir Hoffnung geben ob das private oder berufliche Natur ist, die eigene innere Stärke, Fortschritt und Entwicklung...

00:40:46: Was meinst du mit Fortschnitt und Entwicklung?

00:40:50: Im Medizinsektor zum Beispiel.

00:40:54: ist einfach immer weiter fortschreitet, dass sehr, sehr schlaue Köpfe – ob das Mediziner sind Wissenschaftler oder wer sonst beteiligt ist.

00:41:01: An neuen Medikamenten und an Therapieformen.

00:41:06: Das macht mir Hoffnung zu sehen.

00:41:09: Es bleibt nicht stehen, sondern es entwickelt sich fort für eine bessere Versorgung.

00:41:18: Wie hat sich deiner Meinung nach gerade auch die Hospiz und Palliativmedizin entwickelt in den letzten Jahren, seit du auch aktiv mit drin steckst?

00:41:29: Also der Bedarf ist auf jeden Fall gegeben.

00:41:33: Das stelle ich fest.

00:41:35: es gibt zu wenige Hospize im Deutschland.

00:41:41: Es werden immer wieder welche gebaut aber da auch mit einer geringen Gästeanzahl pro Haus.

00:41:49: Was würdest du dir wünschen, dass Hörerinnen und Hörern nach diesem Gespräch mitnehmen?

00:41:55: Vanessa.

00:41:58: Dass das Thema Tod und Sterben und Trauer zum Leben dazugehört.

00:42:04: Dass man keine Angst haben muss, wenn man in eine Situation kommt ... Mit einer lebensverkürzenden Erkrankung, dass es Einrichtungen wie unsere gibt.

00:42:19: Wir helfen in jeder Situation des Lebens und man sich gehört und gesehen fühlt.

00:42:28: Und ich würde mir wünschen, dass das Thema nicht mehr so tabuisiert wird.

00:42:34: Vanessa, ich danke dir ganz herzlich für dieses Gespräch!

00:42:38: Für den großartigen Job, den du machst, den ihr macht im Hospiz.

00:42:43: Alles alles Gute für die Zukunft.

00:42:45: Danke, dass du da warst.

00:42:46: Sehr gerne.

00:42:47: Für dich auch alles Gutes.

00:42:49: Was für ein schönes Gespräch, liebe Zuhörerinnen und Zuhöhrer über die Fragen des Lebens.

00:42:55: Die Fragen am Lebensende und einen wirklich wertvollen und großartigen Job!

00:43:04: Ja vielen Dank für dieses Gespräch auch an Vanessa Jakob und dafür dass sie zugehört haben.

00:43:09: Liebe Zuhäurerinnen und Zuhörer ich wünsche Ihnen eine ganz fantastische nächste Woche und freue mich wenn Sie kommende Woche wieder mit dabei sind.

00:43:19: In diesem Sinne, bleiben Sie gesund und machen sie es gut!

Über diesen Podcast

HÖRlokal soll mehr sein als ein Podcast. Es soll Erinnerungen beleben, zum Lachen bringen, mit Musik beflügeln, Heimatgefühl schenken. Und ja, vielleicht auch die Menschen wieder etwas näher zueinander bringen. Dort, wo in den letzten Monaten Distanz entstand, dort wo die Entfernung zu weit und die Einsamkeit zu groß geworden ist. Wir wollen das Nassauer Land mit seinen wunderbaren Menschen nicht nur erlebbar, sondern auch hörbar machen.

Ideengeberin des Projektes „HÖRlokal“ ist Andrea Mathy, Projektleiterin ist Jennifer Ingmann. Träger unseres Projektes ist der Sozialkompass Nassau e.V.. Dank der großartigen Unterstützung der G. u. I. Leifheit Stiftung ist unser Projekt für eine einjährige Pilotphase gesichert.

von und mit Jennifer Ingmann und Andrea Mathy

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