00:00:02: Hier ist ihr buntes Hörlokal, da hören sie ganz und gar lokal.
00:00:10: Ihr Platz im schönen Hörhör-Hörlokaal!
00:00:17: Herzlich willkommen zum Podcast Hörlokal Unterhaltungen aus dem Nassauerland.
00:00:23: heute endlich mal wieder mit Sagen und Märchen aus dem Blaunländchen.
00:00:27: zwischen Hügeln, Wäldern und alten Wegen warten Geschichten darauf gehört zu werden Diesmal Geschichten von der Lahn.
00:00:37: Viel Spaß!
00:00:53: Damit herzlich willkommen zu dieser Folge des Hörmahlsliebe, Zuhörerinnen und Zuhöre.
00:01:00: Ja, und herzlich willkommen im blauen Ländchen und zu den Märchen und sagen aus dem Blauen Land!
00:01:07: Und damit ist nicht nur die Region um Nassstätten gemeint sondern auch das Nassauerland.
00:01:14: denn die Märchen uns sagen – aus dem Buch wo die Lorelei dem Landheuvel winkt – sie sind ganz schön weit gefächert Ins Nassauer Land hinein, an die Lahn.
00:01:25: An den Mühlbach.
00:01:27: An das Gelbachtal und darüber hinaus.
00:01:30: Und genau deshalb habe ich Ihnen heute einige Geschichten herausgesucht Die an der Lahn spielen und uns in eine längst vergangene Zeit mitnehmen.
00:01:39: Ich wünsche Ihnen ganz viel Spaß beim Zuhören.
00:01:52: Als die Römer unser Land besetzt hatten Erfohren auch sie von den wundersamen und heilkräftigen Wassern die aus den Bergen sprudeln.
00:02:02: Kaiser Germanicus lebte hier mit seiner Gemahlin Agrippina, die Ehe war zu ihrer Beiderbedauern bislang kinderlos geblieben, obwohl Agrippinga bereits häufig zu den Göttern – ihren eigenen und der Sicherheit halber auch zu den Hiesigen – gebetet und um Kindersägen gefleht hatte.
00:02:20: Der Kaiser machte sich Sorgen um seine Frau, denn die unerfüllte Erwartung schlug sich bereit seit längerem in städter Melancholie und dem fehlend jeglichen Antriebes nieder.
00:02:31: Da riet ihm eine heilkundige Frau, Agrippina im Feldlager von Ems unterzubringen.
00:02:37: Denn die dortige Natur könne sich wohltuend auf ihre Niedergeschlagenheit auswirken.
00:02:42: Täglich ging nun die Kaiserin an den Ufern der Lernspazieren und atmete tief die würzige Emser Luft ein.
00:02:51: Eines Tages begegnete ihr auf einer Uferwiese eine junge Frau mit wallendem blonden Haar.
00:02:57: Diese betrachtete Agrippina mit aufmerksamen blauen Augen und fragte, Was bedrückt dich Frau, dass du bei hellem Sonnenschein seufzend in dieser herrlichen Natur umhergehst?
00:03:10: Bei diesen teilnahmsvollen Worten brach der aufgestaute Kummer aus der Kaiserin heraus.
00:03:16: Sie weinte und erzählte der Fremden von ihrem unerfüllten Kinderwunsch.
00:03:21: Zu ihrem Erstaunen aber lachte diese fröhlich auf und ergriff Agrippingas Hand.
00:03:26: Wenn das alles ist, sagte sie fröhlich.
00:03:29: So kann dir leicht geholfen werden!
00:03:32: Ich weiß ganz in der Nähe einen wunder tätigen Quell.
00:03:35: Folge mir dorthin und trinke von seinem Wasser und schon bald wird dein Wunsch in Erfüllung
00:03:39: gehen.".
00:03:41: Agrippina besann sich nicht lange und ließ sich von der Unbekannten zu einem Felsen führen, dessen Fuß dicht mit Moospolstern- und Farnkraut bewachsen war.
00:03:51: Reines Wasser sprudelte aus einem Felsspalt über die Pflanzen und füllte die Luft mit erfrischender Kühle.
00:03:58: Die Kaiserin beugte sich nieder, und schöpfte das Wasser mit den Händen – und als sie trank war ihr, als durch Dränge blauer dunst die Erscheinung der Fremden bis ihr Körper sich auflöste und den Blicken der Römerern entschwand.
00:04:14: Da wusste Agrippina dass sie es mit einer Larnnix zu tun hatte!
00:04:18: Täglich kam sie nun zur Quelle und trank von dem Wasser.
00:04:22: Und es dauerte nicht lange, da wurde sie schwanger.
00:04:26: Als Germanicus erneut ins Feldlager zurückkehrte hatte Agrippina ihm einen Sohn geboren den sie Caligula – den Soldatenstiefel nannte.
00:04:36: Dieser wurde ein grausamer Kaiser und so mancher bedauerte das die Kaiserin der Lahnnickse begegnet war.
00:04:43: Die Quelle aber, der Agrippina die Erfüllung ihres Wunsches zu verdanken hatte, spudelt noch heute – und man nennt sie den Bubenquell.
00:05:06: Was dem Metzger von Nassau wieder fuhr?
00:05:10: Es war einmal ein Nassauer Metzgar!
00:05:13: Der wanderte tief in Gedanken versunken auf der Herstraße dahin.
00:05:18: Wie er so lief überholte ihn eine Kutsche und fuhr langsam vor ihm her.
00:05:23: Der Metzger war so in seine Gedanken vertieft, dass er automatisch dem Gespann folgte ohne weiter auf den Weg zu achten.
00:05:31: Plötzlich hielt die Kutsche an und unser Mann erwachte aus seiner Versunkenheit.
00:05:36: Da merkte er das es bereits dunkelte und auf der vertrauten Straße eine prächtige hell erleuchtete Villa stand wo er vorher niemals eine gesehen hatte.
00:05:48: Dem Wagen entstiegen drei Mönche Und der verblüffte Metzger folgte ihn unbemerkt ins Haus, denn all dies hatte auf einmal seine Wissbegirde geweckt.
00:05:58: Die Mönche betraten das Haus und gingen geradewegs in ein abgedunkeltes Zimmer.
00:06:03: Dort lag auf Hohenpolstern einen alter Mann im Sterben – dem reichten sie die Kommunion!
00:06:09: Der Metzga drückte sich hinter die Tür, den.
00:06:11: die drei Mönchen verließen das Zimmer umgehend durchstritten die hohe Halle und verschwanden hinter einer reich verzierten zweiflügligen Tür.
00:06:19: Wie staunte der Nassauer, als er vorsichtig die Klinke herunterdrückte und durch einen Türspalt in einen prachtvollen Saal blickte.
00:06:27: An den Wänden brannten Hunderte von Kerzen in goldenen Candelabern, Von der hohen Decke funkelten Kristallne Lüster Und an einer endlosen reich gedeckten Tafel Genoss eine frohgestimmte Gesellschaft.
00:06:39: ein opulentes Mal Besteckeklapperten, Gläser wurden geschwenkt.
00:06:44: Man prostete sich zu und veranstaltete einen solchen Lärm, dass der Metzger es wagte, sich durch den Türspall zu drücken und sich hinter einer Säule zu verbergen.
00:06:54: Doch der Herr, welcher an der Stirnseite der Tafel saß, bemerkte den Eindringling und gab seinen Tischgenossen ein Zeichen.
00:07:02: Augenblicklich verstummte das Lärmen und alle Augen folgten der ausgestreckten Hand des Präsidenten, mit welcher der nun den Unbekannten heranwinkte.
00:07:12: Der Metzger trat zögernd an die Tafel – da stand er man auf und reichte ihm ein Becher Wein mit den Worten noch einen Tag!
00:07:22: Der Metzar schauderte denn all dies kam ihm nicht geheuer vor und er wollte nicht von dem Weine trinken.
00:07:29: Doch gleich darauf trat ein zweiter Mann zu ihm, bot ihm ein Kristallglas mit rotem Wein und sprach noch einen Tag.
00:07:38: Auch diesen Trunk lehnte der Metzger ab doch als ein dritter Tischgenosse ihm den Pokal reichte abermals mit denselben Worten ergriff er ergeben das Glas und trank es in einem Zogeler.
00:07:51: Bei Fall ertönte von der Tischrunde und schon stand ein Vierterzecher auf und bot ihm das Glas.
00:07:57: Als der Metzger die Worte noch einen Tag vernahm, erschrak er so heftig, dass er sich unwillkürlich bekreuzigte.
00:08:06: Da verschwand mit einem Mal die gesamte Szenerie vor seinen Augen – Saal und Menschen und Willer!
00:08:12: Und er befand sich in tiefer Nacht irgendwo im dunklen Wald.
00:08:16: Furchtsam verbarg sich der Metzker hinter einem Strauch….
00:08:20: …und als der Morgen der Mathe fand er sich auf dem Räderberg weit weg von der Herstraße, die er am Vortag gewandert.
00:08:28: Der Metzger schlug einen steinigen Pfad zurück zu seiner Vaterstadt ein und in Nassau angekommen, liefer direkt zum Fahrer um ihm von dem sonderbaren Erlebnis zu berichten.
00:08:39: Auf dem Räderberg sagte der und wiegte den Kopf bedächtig hin und her.
00:08:44: Da hat es vor langer Zeit einmal ein Kloster gegeben.
00:08:47: ja die Trümmer sind an mancher Stelle noch zu sehen doch der Orden ist schon längst dahin.
00:08:53: alle Ordensbrüder sind gestorben.
00:08:56: Radlos ging der Metzger nach Hause und genau drei Tage später starb er.
00:09:15: Frau Holle im blauen Land steigt einmal auf die Hohelai hinauf und lasst euren Blick über das Lanteilschweifen.
00:09:24: Links legt das Reich der Zwergenkönigin, dass Kloster Arnstein drohend.
00:09:29: über dem Wald gegenüber ragt die hohe Kanzel auf und tief unten umarmt die glitzende Lan den Hollerich bevor sie dem Rhein entgegen fließt.
00:09:39: Auf der hohen Kanzel wohnte einst Frau Holle und manchmal stieg sie nachts auf die Bergspitze des Hollerich, um die schimmernde Lahn im Mondschein zu bewundern.
00:09:50: Kamen nächtliche Wanderer vorbei erschrecken sie sich denn sie sahen von weitem einen bleichen Schein und gewarten dann die fremde Frau, die sie für eine Zauberin hielten.
00:10:00: Manchmal erglühte der Felsen auch von geheimnisvollen Feuern und dann trafen sich die Mädchen am Hollerrich und tanzen dort die ganze Nacht.
00:10:09: Die meiste Zeit des Jahres jedoch verbrachte Frau Holler auf der Hohenkanzel.
00:10:14: Und wenn auf der einen Seite der Lahn die Sonne schien, während es am jenseitigen Ufer schneite dann wussten die Leute das sie wieder einmal kräftig ihre Betten ausschüttelte.
00:10:24: Man erzählt sich ja dass Frau Holle einen ordentlichen Haushalt führte und einen großen Garten mit vielerlei Obst bestellte.
00:10:32: Eines Tages kochte Frau Holle in einem großen Kessel Holunda-Kompott.
00:10:36: Sie rührte mit einem langen Holzlöffel in den Topf, gab Zucker, Zimt und Sternanis zu den Bären und der Duft des Kompots verbreitete sich überall in der Umgebung.
00:10:47: Nicht weit von der Hohenkanzel entfernt wohnte ein Riese im Wald – und er sognun begegierig den verlockenden Duft der süßen Hollerbären ein, machte sich sofort auf den Weg und folgte der Spur.
00:11:01: Bei Frau Holler angekommen fragte er nicht lange, sondern packte mit gierigen Blick den Kessel, hob ihn an, setzte ihn an die wulstigen Lippen und kippte die Hälfte des Holunderkompots in seinen Schlund.
00:11:13: Im selben Augenblick schrie der Riese fürchterlich auf denn er hatte nicht bedacht dass er den Brei kochend heiß vom Feuer genommen.
00:11:21: Jetzt brannte er ihm in der Kehle und der Rise blies in den Kessel um das restliche Kompott abzukühlen.
00:11:28: Weil er aber so heftig pustete, spritzte der schwarze Brei ihm ins Gesicht und verbrannte ihm die Haut.
00:11:36: Frau Holle lachte schadenfroh!
00:11:38: Hättest du mich gefragt Riese?
00:11:40: Ich hätte dir eine schöne Portion von dem Brei geschenkt – sie nur was du nun hast von deiner
00:11:45: Gier.".
00:11:46: Da geriet der Riese erst recht in Wut.
00:11:49: Brüllend zerbrach er das Geschirr der Frau Hollhe und schleuderte die Scherben vom hohen Kanzel hinunter ins Tal.
00:11:55: Noch heute liegen sie dort, ein wirrer Trümmerhaufen aus Stein.
00:12:00: Die Körbchen für Messer und Gabeln übersah der Riese jedoch – Sie blieben oben und versteinerten mit der Zeit Und so könnt ihr sie als Spitze des Berges noch erkennen!
00:12:28: Durch die Nacht vielleicht sogar in ihre Träume und wenn sie mögen, hören wir uns bald wieder.
00:12:36: Wenn neue alte Geschichten darauf warten, erzählt zu werden!
00:12:41: In diesem Sinne bleiben Sie gesund und machen Sie es gut!